Analytics: Mit Big Data zu intelligenten Autositzen!

Der menschliche Popometer hat ausgedient: Big Data führt zu intelligenten Sitzen, die weniger Rückenschmerzen versprechen. Schaut Euch das Video an!

So nutzt Ford in Köln einen Gesäß-Roboter, intern angeblich auch Robutt genannt (zusammengesetzt aus den englischen Wörtern „robot“ und „butt“ für Hintern). Der Popo-Simulator soll realitätsnah testen, wie sich ein Sitz bei zehn Jahren Durchschnittsgebrauch abnutzt. Die Abmessungen des Roboters entsprechen deshalb denen eines durchschnittlich großen Mannes. 25.000 Mal setzt sich der Roboter immer und immer wieder auf den gleichen Sitz, drei Wochen lang. Das entspricht laut Ford der typischen Abnutzung eines Autositzes innerhalb von zehn Jahren. Das erste Mal kam der Popo-Simulator 2017 beim Ford Fiesta zum Einsatz, und soll nun sukzessive bei allen Ford-Modellen in Europa eingesetzt werden, sagt der Konzern.

Ford ist nicht das einzige Unternehmen in der Autoindustrie, das Daten sammelt, um das Sitzen im Auto rückenfreundlicher und angenehmer zu gestalten. Big Data soll dabei helfen, Autositze zu intelligenten Sitzen zu machen.

Bis zur Blinzelrate alles messen
Zwei der größten Autositzhersteller der Welt, die Lear Corporation aus Detroit und das französische Unternehmen Faurecia, arbeiten beide fieberhaft am Autositz 4.0. Mithilfe von biometrischen Daten möchte Lear Corp. noch in diesem Jahr intelligente Autositze herausbringen. Der Sitz wird mit Sensoren ausgestattet, die die biometrischen Daten der Fahrer messen und sich dann automatisch und individuell anpassen, um so die bestmögliche Position einzunehmen. Wir würden demnach nicht mehr selbst den Sitz verstellen, der intelligente Autositz würde sich an uns anpassen. Das ergibt Sinn. Denn wer achtet schon auf den perfekten Winkel für rückenfreundliches Fahren? Oftmals sind es so ungesunde Angewohnheiten wie die viel zu niedrige Rückenlehne oder das „Scheibenwischerfahren“, die Rückenschmerzen erst auslösen.

Wie ein solch intelligenter Sitz aussehen könnte, stellte Faurecia auf der Shanghai Auto Show 2017 vor. Der „Active Wellness“ misst Daten zu Herzrhythmus, Atemfrequenz, Blinzelrate (!!!), Kopfneigung oder in welchem Winkel die Augenlider geöffnet sind. Mit diesen Informationen kann zum Beispiel den Stresslevel des Fahrers ermitteln. Bei hohem Stress schaltet sich dann automatisch die Massage-Funktion oder ein erfrischender Luftzug ein. Stellt der Sitz anhand der Daten fest, dass der Fahrer zu müde ist, würde sich bei einem autonomen Auto der fahrerlose Modus einstellen. Der Sitz könnte im Notfall sogar einen Krankenwagen oder die Polizei rufen.

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