Analytics: Wem gehört unser digitaler Zwilling?

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Der Kampf um die digitale Identität wird härter. Wem gehört eigentlich Euer digitaler Zwilling?

Dazu muss man wissen, dass die Plattformen der großen Cloud-Anbieter wie Amazon, Apple, Google oder Microsoft aus Daten, Prozessen und schlauen Algorithmen bestehen. Diese Welt aber „gehört“ allein den entsprechenden Anbietern, die daraus für sie wertvolle Schlüsse ziehen, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so scheint. Das jedenfalls ist die These von Ganten. Er erläutert das an dem Beispiel einer Datei der Tabellenkalkulation Excel: „Zwar können sie eine einmal zu Microsoft oder Google hochgeladene Datei auch wieder herunterladen, aber für die KI-Algorithmen ist die Datei selbst gar nicht so interessant. Viel interessanter kann es sein, wer die Daten wann und an welchem Ort angeschaut oder bearbeitet hat, welche Formeln dabei eingegeben wurden und in welcher Geschwindigkeit oder wem die Datei freigegeben wurden und welche Kontakte diese Personen neuerdings auf dem Kontaktnetzwerk Linkedin haben.“

Und selbst wenn diese Informationen irgendwie herunterladbar wären: Die Algorithmen, mit denen sie ausgewertet werden, und die Logiken, die auf Basis solcher Auswertungen Prozesse in Gang setzen, seien nicht verfügbar, klagt Ganten. Das bedeute: Selbst, wenn eine Organisation auf alle von ihren Mitgliedern in solchen Systemen generierten Daten frei zugreifen könnte, sie könnte die Algorithmen und Prozesse, mit denen diese genutzt werden, nicht prüfen, nicht verstehen und auch nicht ändern.

Ganten nennt solche Plattformen deswegen KI-Silos, also Silos Künstlicher Intelligenz. Anwender könnten nur das damit tun, was vom Anbieter vorgesehen sei. Und das könne sich immer mal ändern. Denn als Ersatz für die Möglichkeit zum direkten Zugriff auf Daten, Prozesse und Algorithmen stellten die KI-Silos sogenannte APIs („Application Programming Interface“), also Schnittstellen für Programmierer zur Verfügung. Damit könnten weitere Daten hochgeladen und ausgewählte Informationen oder Analyseergebnisse abgefragt werden. „APIs sind an und für sich eine gute Sache, denn sie geben Programmieren eine verlässliche Schnittstelle“, räumt Ganten ein. Das Problem sei aber, dass längst nicht alle APIs dieser Silos verlässlich verfügbar seien.

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Quelle: m.faz.net