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Autonomes Fahren: „Am Ende werden nur wenige Ökosysteme überleben“

Sehr interessantes Interview mit Alejandro Vukotich, Leiter des Bereichs Entwicklung Fahrerassistenz und Autonomes Fahren bei BMW.

Wie könnte BMWs Slogan im Jahr 2030 lauten? „Freude am Fahren“ in einer Welt voller autonomer Fahrzeuge ja wohl nicht mehr.
Damit suggerieren Sie einen Widerspruch, den es in unseren Augen nicht gibt. Das autonome Fahren schränkt den Fahrer und damit die Freude am Fahren in keiner Weise ein. Es handelt sich vielmehr um ein Zusatzangebot, von dem der Fahrer Gebrauch machen kann – immer dann, wenn er es möchte. Das könnte zum Beispiel in Stausituationen sein oder auch in Situationen, in denen der Fahrer selber einer anderen Tätigkeit wie beispielsweise E-Mails beantworten lieber nachgehen möchte. Unser Slogan bleibt „Freude am Fahren“ und wird durch das Autonome Fahren noch „freudiger“.
Sie setzen bei der Entwicklung autonomer Fahrsysteme auf ein großes Partnernetzwerk. Mit FCA und neuerdings auch Daimler sind auch zwei Konkurrenten mit im Boot. Inwiefern verändert die neue Mobilität den Wettbewerb innerhalb der Autoindustrie?
Es gibt heute nicht eine Firma, die alle Komponenten und Kompetenzen „inhouse“ hat, die notwendig sind, um automatisiertes Fahren zu ermöglichen. Die einen haben gute Software, aber keine Autos, die anderen Autos und damit ein gutes Sicherheitsverständnis, aber keine Sensoren. Andere haben Mobilitäts-Kunden aber keinen Hardware- und Software-Stack und so geht es weiter. Die Zukunft wird deutlich vernetzter und durch Kooperationen geprägt sein. Diese Kooperationen werden sich über unterschiedliche Branchen erstrecken. So kooperieren wir mit Tech-Unternehmen wie Intel und Mobileye aber auch mit anderen Automobilherstellern wie FCA und Daimler. Am Ende wird es nur wenige solcher Ökosysteme geben, die überleben werden. Zu hoch sind die technischen Herausforderungen und das notwendige Investment.
Wann wird Daimler Teil der Entwicklungsgemeinschaft und inwiefern werden Sie sich hinsichtlich der Technologie, der Patente und Konzepte zum autonomen Fahren austauschen?
Aktuell existiert ein Memorandum of Understanding. Wir sind mit den Kollegen in intensiven Gesprächen und werden bis Mitte des Jahres eine vertragliche Vereinbarung verabschieden. Ziel ist zusammen Level-1- bis Level-4-Systeme der nächsten Generation zu entwickeln, die in der Mitte des nächsten Jahrzehnts marktreif sein sollen.

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