Autonomes Fahren: Brauchen wir einen TÜV für Algorithmen?

Interessante Frage: Brauchen Algorithmen, z.B. beim Autonomen Fahren, einen TÜV?

Der mögliche Kontrollverlust über die Steuerung des eigenen Autos und die Furcht vor einem Computerfehler sind grob gesagt die größten Ängste, die deutsche Autofahrer mit einem autonomen Auto verbinden. Laut einer Mobility-Studie des IT-Branchenverbands Bitkom haben 68 Prozent der Deutschen Angst, dass ein autonomes Auto technische Probleme haben könnte. Das ist nachvollziehbar. Neue Technologien müssen erst die Hürde des Vertrauens überwinden. Das gelingt entweder, wenn man sich selber von der Funktionsfähigkeit überzeugt, oder wenn eine vertrauenswürdige Institution die Bedenkenlosigkeit bescheinigt.
Wer überwacht die Überwachungssysteme?
Und da gibt es ein Problem mit den selbstfahrenden Autos. Zwar werden auch die autonomen Fahrsysteme auf ihre Sicherheit überprüft und es gibt ISO-Richtlinien, zum Beispiel für Spurwechsel-Assistenten. Das gilt aber nur für die generellen Funktionalitäten, nicht für die dahinter liegenden Algorithmen. Die Frage, wie man selbstlernende Systeme überprüft, ist völlig ungeklärt. Es gibt weder eine Behörde, die den Quellcode der Software untersucht, noch gibt es Vorschriften, die regeln, nach welchen ethischen Grundlagen Algorithmen handeln sollen. Zwar hat die Bundesregierung in der letzten Legislaturperiode eine Ethik-Kommision zum Thema „Autonomes Fahren“ einberufen, ein Ergebnis in Gesetzesform gibt es aber nicht.
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Immerhin gibt es das Forschungsprojekt „Pegasus“. Gefördert vom Bundeswirtschaftsministerium und unterstützt von der Autoindustrie wird dort versucht, Grundlagen und Regeln für das autonome Fahren zu entwickeln. Aber auch hier geht es nur um Testszenarien für die Erteilung einer Betriebserlaubnis – und nicht um die Überprüfung der grundlegenden Algorithmen.

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Quelle: ngin-mobility.com