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Autonomes Fahren: Interview mit Volkswagen’s CDO Johann Jungwirth

Wieder einmal ein spannendes Interview mit Johann Jungwirth, heute zum Thema Autonomes Fahren und warum wir nicht immer Bedenkenträger sein müssen. Lest hier welche Vorteile JJ sieht.

ZEIT ONLINE: Überzeugen Sie den Rest. Warum brauchen wir überhaupt autonom fahrende Autos?

Jungwirth: Da gibt es viele Gründe. Drei sind mir besonders wichtig. Erstens: Sicherheit. Derzeit gibt es weltweit jährlich etwa 1,25 Millionen Verkehrstote. Das müssen wir stoppen! Rechnen Sie das auf abgestürzte Flugzeuge um – der Flugverkehr wäre erledigt. Mehr als 90 Prozent der Unfälle entstehen durch menschliche Fehler, die autonome Autos natürlich nicht machen.

ZEIT ONLINE: Aber auch sie werden Fehler machen.

Jungwirth: Ja, aber das werden dramatisch weniger sein. Zweitens: Mir ist Mobilität für alle sehr wichtig. Mit dem autonomen Auto ohne Lenkrad können auch Blinde, Alte, Kranke fahren. Selbst Kinder, die noch kein Smartphone haben, können sich ein autonomes Auto rufen, mittels einer Funktaste – ich nenne sie OneButton –, die sie immer bei sich tragen. Ein Druck, und das Auto holt sie etwa von der Schule ab.

ZEIT ONLINE: Das klingt nach Zukunftsmusik ...

Jungwirth: Keinesfalls! Es passiert, das ist sicher. Wir testen selbstfahrende Autos bereits auf der Straße. 2021, also in drei Jahren, wird Volkswagen in zwei bis fünf Städten in den USA und vielleicht auch in Deutschland Mobilitätsflotten mit selbstfahrenden Fahrzeugen auf Abruf installieren – natürlich in enger Abstimmung mit den Gemeinden.

ZEIT ONLINE: Und der dritte Vorteil?

Jungwirth: Die Zeit. Durchschnittlich verbringt jeder im Laufe seines Lebens 37.668 Stunden im Auto, die er sinnvoll nutzen könnte. Das Auto, das selber fährt, kann Konzertsaal, Büro, Schlafzimmer, Kino sein und dich beim Fahren noch massieren.

ZEIT ONLINE: Oder Werbung einblenden?

Jungwirth: Ja, auch das. Wer beispielsweise im autonomen Fahrzeug zu einem Supermarkt fährt, könnte die Fahrt gratis bekommen, wenn er sich die Sonderangebote zeigen lässt. Will er das nicht, zahlt er eben 4,50 Euro.

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