Autonomes Fahren: Robotaxis, die unumgängliche Verkehrswende?

Interessanter Artikel heute über sogenannte Robotertaxis und ihren Beitrag zur Verkehrswende.

Insgesamt könne der europäische Fahrzeugbestand bis 2030 um 80 Millionen auf rund 200 Millionen Autos schrumpfen – während der Verkehr auf den Straßen gleichzeitig dichter wird. „Diese Aussichten sind nur scheinbarer widersprüchlich. Denn im Zuge der automobilen Revolution werden viele Regeln, an die sich die Branche über Jahrzehnte gewöhnt hat, in ganz andere Konstellationen geraten“, sagt Felix Kuhnert, Global Automotive Leader von PwC. Von entscheidender Bedeutung seien neue, erschwingliche Sharingkonzepte. Der heutige Normalfall eigener Fahrzeuge werde nur ein Mobilitätskonzept unter vielen darstellen, während jeder dritte Kilometer in einem geteilten Fahrzeug zurückgelegt werde. Bis 2030 rechnen die Analysten zudem damit, dass bei vier von zehn zurückgelegten Kilometern kein menschlicher Fahrer notwendig sein wird.

Durch die zunehmende Konnektivität werde sich der Individualverkehr deutlich besser orchestrieren lassen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Untersuchung, die das Beratungsunternehmen Berylls gemeinsam mit der TU München durchgeführt hat:Mit nur 18 000 autonom agierenden Robotaxen sei es in der bayrischen Landeshauptstadt möglich, 200 000 private Pkw zu ersetzen. Einer der Gründe hierfür ist die hohe Auslastung der Fahrzeuge: Während Privatfahrzeuge Standzeiten von durchschnittlich 95 Prozent aufweisen, sind autonome Fahrzeuge mehr als 50 Prozent der Zeit im Einsatz. Eine intelligente Steuerung des Systems reduziert die Leerfahrten der Robotaxen auf unter 15 Prozent. Da durch eine intelligente Fahrtenplanung nur Reichweiten von 150 Kilometern notwendig seien, wäre eine Umsetzung der Mobilitätskonzepte bereits mit heutigen Elektrofahrzeugen realisierbar. „Die Potenziale dieser neuen Mobilitätsform sind offensichtlich. Städte sind nun gefordert, zum einen eine Umgebung für eine nachhaltige Umsetzung zu schaffen und andererseits das Verkehrsaufkommen von Robotaxis durch Pooling-Ansätze weiter zu vermindern“, erklärt Matthias Kempf, bei Berylls Strategy Advisors Experte für innovative Mobilitätsdienstleistungen. Die hohe Verfügbarkeit von Robotaxen im städtischen Raum könnte zudem die Geldbeutel der Einwohner schonen: Schon für monatlich 99 Euro pro Nutzer sei es möglich, die Fahrzeug- und Batterieherstellung, Energiekosten, Wartung und Betreuung der Fahrzeuge, Reinigungskosten und administrative Kosten abzudecken.

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