Connected Car: Autos als Wetterfrösche

Sensordaten von Autos sollen nicht nur die Sicherheit vernetzter Fahrzeuge erhöhen, sondern auch für verlässlichere Wetterprognosen und kurzfristige Unwetterwarnungen sorgen.

Im Forschungsprojekt mobileView entwickelt die Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr (IAV) mit dem Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft (FiW) an der RWTH Aachen sowie der Emschergenossenschaft und dem Lippeverband Essen (EGLV) aus diesen Rohdaten eine Lösung: Bald sollen zeitlich und lokal hochgenaue Niederschlagsprognosen, insbesondere für Starkregenevents, möglich werden. Davon werden neben der Wasserwirtschaft auch Feuerwehr, Katastrophenschutz und natürlich Autofahrer profitieren.
Derzeit sind testweise 100 Fahrzeuge aus dem Fuhrpark der EGLV unterwegs, die über Datenboxen vernetzt sind, um die Sensordaten via Mobilfunk auf eine Internet-of-Things-Plattform zu übertragen, erklärt Matthias Pätsch, bei der IAV für das Geschäftsfeld Wasserwirtschaft verantwortlich. Diese Informationen werden mit denen ortsfester Messstationen und des Regenradars verschnitten, woraus von der IAV entwickelte Algorithmen nahezu in Echtzeit Kurzfristvorhersagen über Wetterkapriolen erstellen. Der Effekt liegt in der smarten Aufbereitung, denn Autos liefern Daten unterschiedlicher Qualität und natürlich keine exakten quantitativen Messwerte. Doch verknüpft mit den Daten der Meteorologen können daraus straßengenaue Frühwarnungen werden, die unter anderem der Feuerwehr einen Vorsprung verschaffen, um vom Absaufen bedrohte Unterführungen zu sperren.

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