Connected Car: Die Werkstatt aus der Cloud

Wenn es um die Instandhaltung des Autos geht, wird sich künftig eine Kombination aus Werkstatt und Over-the-Air-Updates durchsetzen.

Wenn das Auto die Panne vorhersagt, bevor sie passiert, und gleich selbst einen Werkstatttermin vereinbart, dann ist das keine Science Fiction, sondern das Jahr 2019. Dass moderne Autos mit dem Internet verbunden sind, ermöglicht eine Vielzahl neuer Funktionen. Während der Nutzen einer Stauvorhersage in Echtzeit allen Autofahrern einleuchten dürfte, erschließt sich der Sinn der Vernetzung des Autos in anderer Hinsicht Manchem nur schwerlich: Aus der Ferne am Smartphone Tankfüllstand oder Kilometerstand checken? Braucht man das wirklich? Doch die vermeintlich einfachen Funktionen sind Vorboten für komplexere Aufgaben, die mit der Cloud verbundene Autos erfüllen: Dazu gehört, die eigene Panne vorherzusagen – und dann natürlich zu vermeiden. Bereits heute werden bei modernen Autos Software-Updates „over-the-air“ (zu deutsch: „über die Luft“), also über das Internet aufgespielt, ohne, dass der Besitzer sein Auto dazu in die Werkstatt bringen und ein Mechatroniker ein Kabel einstöpseln muss. Hergestellt wird die Netzverbindung entweder über die – falls vorhanden – bordeigene SIM-Karte, das gekoppelte Handy oder auch eine WLAN-Verbindung, wenn das Auto in der Garage steht. So werden kleinere Systemupdates gemacht und Navidaten oder Apps aktualisiert. Künftig werden auch größere Eingriffe nötig sein, denn mit zunehmender Digitalisierung der Fahrzeuge – mehr Vernetzung, umfassende Automatisierung – steigt das Risiko von Schwachstellen in der Software. Die heute typischen Wartungsintervalle von einem Jahr oder 20.000, 30.000 Kilometern sind in dieser digitalisierten Zeitrechnung zu lang, sagt Volker Breunig, Experte für vernetzte Services beim Automobilzulieferer Bosch. „Daher wird es zukünftig nicht die Frage eines Entweder-Oder sein, sondern es wird sich vielmehr eine Kombination aus Werkstatt und Over-the-Air-Updates durchsetzen.“ Nur so könne man auf erkannte Schwachstellen schnell und effizient mit Sicherheits-Updates für die zahlreichen Steuergeräte im Fahrzeug reagieren. Über den – im Vergleich zur rasant fortschreitenden Digitalisierung – langen Lebenszyklus’ eines Fahrzeuges kann man so bestehende Software immer aktuell halten, „oder es können neue Funktionen aufgespielt oder freigeschaltet werden“, so der Ingenieur.

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