Connected Car: Übersicht über die Car-to-X-Technologien

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Interessanter Überblick über die verschiedenen Car-to-X-Technologien.

Die Kommunikation von Fahrzeugen untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur (Car-to-X) ist für komfortables, sicheres und autonomes Fahren von entscheidender Bedeutung. OEMs und Zulieferer erproben etliche Anwendungen, um Autos zu verlässlichen Datenlieferanten im Internet der Dinge zu machen. Sie sollen in Echtzeit Informationen untereinander und mit ihrer Umwelt austauschen. Gerade aber das wird den Verantwortlichen noch länger Kopfzerbrechen bereiten, wenn selbst in Städten wie Berlin die nötige Netzabdeckung zu wünschen übrig lässt. Bereits bei einem Trip ins Brandenburgische könnte es für das intelligente und mitteilungsfreudige Auto schnell düster werden. Daher hat Continental einen Verbindungsmanager entwickelt, der nötige Daten vorausschauend sammelt und bereitstellt, wenn das Netz schwächelt. Per Crowdsourcing checkt er vor Fahrtantritt die Netzqualität auf der geplanten Strecke, und erstellt im Backend eine Karte mit den verfügbaren Funknetzen und der Empfangsqualität. Damit weiß der Verbindungsmanager, wann und wo er unterwegs in das Daten- und Kanalmanagement eingreifen muss. Sind die Versorgungslöcher zu groß, lädt er zum Beispiel mittels Prefetching vorab HD-Karten herunter. Derartige Krücken werden wohl erst Geschichte sein, wenn der neue Mobilfunkstandard 5G flächendeckend verfügbar sein wird.
Dass dies irgendwann der Fall sein wird, davon ist Christoph Voigt, Head of Connectivty bei Audi und Chairman des 5G Automotive Association Board, überzeugt. „Es wird ein derart großes Ökosystem entstehen, das auch etliche neue Car-to-X-Use Cases ermöglichen wird“, sagt er. Voigt denkt unter anderem an Platooning, also das vernetzte, energiesparende Kolonnenfahren mehrerer autonomer Pkw, das so dynamisch ist, dass sich auch hinzukommende Autos mittig einreihen können. Oder an autonome Autos, die sich vor dem Überholen eines Lkw einfach dessen Bilder der Frontkamera nutzen, um freie Sicht nach vorne zu haben. „Die Möglichkeiten werden im Vergleich zu Fahrerassistenzsystemen noch einmal zunehmen“, betont Voigt. Mit Latenzen von einer Millisekunde sei die Funktechnik unschlagbar und werde sich durchsetzen. Die zentrale Frage ist eben nur: wann?
Bis es soweit ist, gilt es die vorhandenen Möglichkeiten auszureizen. Basis für die Car-to-X-Kommunikation ist in Europa und Nordamerika das Frequenzband im Bereich von 5,9 GHz (IEEE 802.11p), das exklusiv für die drahtlose Kommunikation zwischen Autos untereinander und mit der Infrastruktur genutzt wird. Darauf basiert unter anderem der pWLAN-Standard, den Volkswagen jetzt Schritt für Schritt ausrollt. Er soll als spezielle Entwicklung für Anforderungen im Automotive-Bereich mit geringer Latenz und großer Robustheit glänzen. Autos können Informationen direkt untereinander austauschen und sich den Umweg über ein Backend sparen. Die Daten werden nicht zeitaufwändig und störanfällig zentral erfasst, sondern lokal ausgetauscht, womit das Problem mangelnder Mobilfunkabdeckung keines mehr ist. Obendrein sinken die Kommunikationskosten. „Wir wollen die Sicherheit im Straßenverkehr mithilfe der Fahrzeugvernetzung erhöhen, und das geht am effizientesten mit einer schnellen Verbreitung einer gemeinsamen Technologie“, sagt Johannes Neft, Leiter der Aufbauentwicklung von Volkswagen. Er hofft, dass sich pWLAN herstellerübergreifend und bei Infrastrukturunternehmen durchsetzen wird, denn nur so klappt es auch mit der reibungslosen Kommunikation aller Verkehrsteilnehmer untereinander.

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Quelle: www.car-it.com