Connected Car: Volkswagen will bei Software-Entwicklung weg von der Komplexität

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Zum 1. Juli hat Volkswagen seine Software-Entwicklung zentralisiert: Die neu gegründete "Car.Software-Organisation" (CSO) arbeitet für alle zwölf Marken des Konzerns. Sehr interessantes Interview mit Björn Goerke, Chief Technology Officer der CSO, über die Vorteile einheitlicher Software und das Zusammenspiel mit Smartphone-Ökosystemen.

Früher war Software ein Teil eines Fahrzeugprojekts und für die individuelle Hardware optimiert. Jede Marke hatte also unterschiedliche Ansätze. Konzernweit hat das schließlich zu einer enormen Komplexität geführt. Davon gehen wir weg. Seit Anfang Juli bündeln wir die Software-Fähigkeiten des Volkswagen-Konzerns in der CSO. Wir entwickeln dort eine leistungsstarke Software-Plattform für alle Marken und Märkte des Konzerns. Das ist eine komplett neue Philosophie. Unser VW.OS wird ein eigenständiges Produkt für alle Modelle im Volkswagen-Konzern, mit eigenem Innovationszyklus und regelmäßigen Updates, ähnlich wie Android oder iOS bei Smartphones.
Heißt das, dass Sie ein Betriebssystem von Grund auf neu entwickeln?
VW.OS ist nicht vergleichbar mit einem singulären Betriebssystem wie Linux oder QNX. Dafür ist der Leistungsumfang eines Fahrzeugbetriebssystems zu groß. Vielmehr muss unser VW.OS als Verbund, als Architektur verstanden werden. Denn wir werden weiterhin auch auf etablierte Betriebssysteme zurückgreifen, beispielsweise Linux. Mit VW.OS definieren wir aber die Standards dafür, wie solche Software-Komponenten zusammenspielen. Damit behalten wir die Hoheit über die elementaren Architekturfragen. Und wir wollen bis 2025 den Eigenanteil an Software im Auto von aktuell 10 auf 60 Prozent steigern.
Was wollen Sie denn konkret selbst entwickeln?
Wir werden uns auf die Dinge konzentrieren, die sicherheitsrelevant sind und den größten Einfluss auf das Kundenerlebnis haben. Das sind unter anderem Fahrerassistenzsysteme, digitale Sprachassistenten und Mehrwertdienste fürs Parken oder Flottenmanagement.

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