Connected Car: Was sind die Pläne der Hersteller für Updates Over-The-Air?

Wie sehen die Pläne der Hersteller beim Thema Connected Car und "Over the Air" Updates aus?

Technisch ist das Thema durch, die OEMs können auf Erfahrungen aus der Konsumentenelektronik aufbauen. Herausforderungen aber gibt es im Bereich Security. Das Sicherheitsthema ist für viele OEM kitzlig, sie setzen noch höhere Anforderungen als die Hersteller von Software für PC und Smartphones. Bei der Übertragung via (Mobilfunk-) Netz besteht zudem die Kunst darin, nicht den gesamten Programmbestand herunterzuladen, sondern nur diejenigen Teile, die von der Veränderung betroffen sind. Damit schrumpft der Downloadumfang schon mal auf zehn bis 20 Prozent der Originalsoftware. Und das wird dann final noch einmal komprimiert, so dass letztlich nur wenige Megabyte übrig bleiben. Außerdem beziehen die OEMs nur die wichtigsten ECUs in ihre OTA-Strategie ein. Meistens wählen sie diejenigen fünf bis sechs Steuergeräte aus, deren Aktivität für Kunden am augenfälligsten ist. Dort befinden sich die meisten Lines of Code und folglich auch die meisten Softwarefehler.
Eine weitere Herausforderung liegt in der Komplexität, konstatiert Kersten Heineke vom Beratungshaus McKinsey. „Die Legacy-Architekturen mit ihren vielen Steuergeräten erschweren die Implementierung einer OTA-Strategie. Die Zahl der ECUs wird auch deshalb verringert werden müssen“. Heineke geht davon aus, dass in der Strategie der OEMs zunächst das Thema Fehlerbehebung und Bugfixes an zentraler Stelle steht. Die von manchen Software-Visionären propagierte nachträgliche Aufrüstung von Funktionalitäten hat es dagegen noch nicht flächendeckend in die Köpfe geschafft. „Diese Idee ist bei einigen OEMs noch nicht vorgesehen“, so der Experte.
Aber womöglich ist die Branche ja doch weiter, als sie zugibt. BMW beispielsweise lehnte ein Gespräch mit carIT zwar ab, ließ aber gleichzeitig durchblicken, dass Mitte des Jahres ein Remote-Software-Upgrade für seine Connected Drive Services und digitalen Dienste anstehe. Noch klarer drückte man sich bei Audi aus: Dort hieß es, man befinde sich zurzeit gerade in den Vorbereitungsarbeiten zum Thema OTA – weswegen man erst im Sommer wieder öffentlich über das Thema sprechen werde.

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Quelle: www.car-it.com