d.rive 07.12.2019

  • Post category:Newsletter

Weitere Highlights diese Woche. Reinschauen!

  1. AudiStream: Virtuelle Reise in die Produktionswelt von Audi in Ingolstadt
    Per Bildschirm zum Karosseriebau des Audi A3, mit einem Mausklick an die Montagelinie des A4: Mit AudiStream bietet Audi ab heute als erster Hersteller interaktive Werkführungen an. Online erleben Interessierte die Produktionsabläufe der Marke am Standort Ingolstadt bequem zu Hause und unterwegs. Erfahrene Tourguides begleiten den virtuellen Rundgang und beantworten Fragen im Livestream.
  2. Videooptimierung für elektronischen Rückspiegel
    In Videoaufzeichnungen, bei denen ein Teil des Bildes von der Sonne angestrahlt wird und ein weiterer Teil im Schatten liegt, ist es meist nicht möglich, Details in beiden Bildbereichen klar erkennbar darzustellen, da die Kameraeinstellung entweder an den hellen oder den dunklen Bildbereich angepasst werden muss. Um Details sowohl in hellen als auch in dunklen Bildbereichen sichtbar zu machen, wird in der Fotografie bereits seit längerem das sogenannte Tonemapping eingesetzt, bei dem der Dynamikumfang der Aufnahme reduziert, also die Differenz zwischen den hellsten und dunkelsten Stellen des Bildes verringert wird.
    Mit dem Forschungsprojekt „EVI-Entwicklung eines Systems zur Verbes-serung des Dynamikumfangs bei Fernsehbildern“ sollen Prof. Mike Christmann und Lucien Lenzen dieses Verfahren erstmals auf live ausgestrahlte Bewegtbilder übertragen und eine virtuelle Blendeneinstellung entwickelt haben.
  3. Neues E-Auto-Start-up: Chinas Evergrande pumpt Milliarden in Elektroautos
    Evergrande plant konkret, in den nächsten drei Jahren insgesamt 45 Milliarden Yuan (etwa 5,8 Milliarden Euro) in den Bereich der „neuen Energiefahrzeuge“ (NEV) zu investieren, womit in China Elektroautos, Plug-in-Hybride, Wasserstoffautos und Fahrzeuge mit anderen alternativen Antrieben gemeint sind. Bereits im Juni hat das Unternehmen eine Investition von 21 Milliarden Euro bekannt gegeben.
    Evergrande will zehn Produktionsstandorte aufbauen, unter anderem in China und Schweden. Es sollen 15 neue Modelle entwickelt werden, die alle Klassen und Fahrzeugtypen abdecken sollen, bekräftige Hui Ka Yan auf dem Gipfel, der Vorstandsvorsitzende der Evergrande Group.
    Zudem unterhält Evergrande seit Mitte des Jahres ein Joint Venture mit der deutschen Firma Hofer zur Entwicklung und Produktion von Elektroantrieben und besitzt seit Anfang September das geistige Eigentum an der Chassis-Architektur 3.0 für Elektroautos des Zulieferers Benteler und der FEV Group, einer der weltweit größten unabhängigen Entwicklungsdienstleister in der Entwicklung von Verbrennungsmotoren und Fahrzeugtechnik.
    In Skandinavien hat Evergrande bereits vor gut einem Jahr Fuß gefasst, indem es für gut 1,8 Milliarden Euro die Mehrheit an NEVS übernommen hat, den vollelektrischen Nachfolger der Traditionsmarke Saab.
  4. Toyota über E-Autos: “Im Moment gibt es keine Nachfrage.”
    Hinter den Kulissen der L.A. Auto Show kam es vergangene Woche zu einer Diskussionsrunde mit Toyota. Das News-Portal electrek aus den USA hat die Chance genutzt, um Toyota nach seinen Ansichten zu Elektrofahrzeugen zu fragen. Jack Hollis, Group Vice President und General Manager von Toyota North America, gab zu verstehen, dass man kontinuierlich an der Markteinführung von E-Autos arbeite. Sagte aber auch: “Aber im Moment gibt es keine Nachfrage.”
    Eine ähnliche Aussage aus dem Hause BMW sorgte bereits im Juni/Juli für Aufsehen. Wir erinnern uns: Ende Juni sorgte eine Aussage des BMW Entwicklungsleiter Klaus Fröhlich für Aufruhr, dieser gab zu verstehen, dass es „keine Kundenwünschen für Elektroautos gibt. Keine. Es gibt regulatorische Anfragen für E-Autos, aber keine Kundenanfragen.“ Kurz darauf ruderte er allerdings zurück.
  5. Fahrdienst “StarRides” in Hangzhou: Daimler und Geely starten Limousinen-Service in China
    Gut ein Jahr nach der Ankündigung starten Daimler und sein Großaktionär Geely ihr erstes Gemeinschaftsprojekt. In der Heimatstadt von Geely, Hangzhou, nimmt der Limousinen-Fahrdienst “StarRides” den Betrieb auf.
  6. MAN zieht Erkenntnisse aus Platooning-Projekt
    Über Monate pendelten zwei MAN-Trucks auf der A9 zwischen München und Nürnberg. Mit einem Abstand von 15 bis 20 Metern erprobten sie das Platooning-Verfahren, bei dem die Lkw mit einer „elektronischen Deichsel“ verbunden sind. Verbunden sind die Fahrzeuge mit dem speziellen WLAN-P, dass trotz Funklöchern funktioniert.
    Auf dem Berliner Zukunftskongress der Dekra berichtet Torsten Klein, Vize-Präsident in der MAN-Forschung von den Erfahrungen auf der öffentlichen Versuchsstrecke mit dem zur deutschen Bahn gehörenden Testpartner und Spediteur Schenker: „Nur einmal pro 2.000 Kilometer gab es eine Unregelmäßigkeit, bei der der Fahrer eingreifen musste. Die Systeme arbeiteten also zu 98 Prozent zuverlässig.“
    Allerdings gab es insbesondere aufgrund der Regularien auch enttäuschende Erfahrungswerte zu vermelden – zum Beispiel wenn Pkw in den Sicherheitsabstand der vernetzten Fahrzeuge fahren. „Die Praxisprofis wünschen sich eine Distanz zum Vordermann von etwa zehn Metern, was das Lückenspringen zwischen den Spuren reduzieren würde“, erläutert Klein.
    In der nächsten Versuchsphase sollen zudem die strengen Vorgaben der Behörden gelockert werden. „Bisher müssen wir bei Regen, in Baustellen oder auch im Bereich von Autobahnkreuzen unsere Systeme ausschalten“, führt Klein weiter aus. Dies wäre einer der Gründe, warum die erhoffte Treibstoffersparnis von bis zu acht Prozent nicht erzielt werden konnte. In der Bilanz waren es nur drei bis vier Prozent. Wenn sich jedoch mehrere Lastwagen zu einem Güterzug auf Rädern zusammenschließen, könnte der Einspareffekt deutlich ansteigen.
  7. KIT-Professor: „Wasserstoff ist im Massenmarkt Pkw ungeeignet“
    „Wir werden Wasserstoff auf jeden Fall brauchen. Aber im Massenmarkt Pkw mit Millionen von Fahrzeugen ist er ungeeignet“, sagte Doppelbauer im Gespräch mit Bizz Energy. Als Gründe zählte er auf, dass es weltweit derzeit nur zwei Wasserstoff-Serienfahrzeuge gebe, die zudem sehr groß mit eingeschränktem Platzangebot und teuer seien. Hinzu kämen Probleme mit der Infrastruktur, die „sehr schlechten Wirkungsgrade“ und der hohe Primärenergiebedarf bei der Herstellung.
    „Man könnte auch sagen: Wasserstoff ist viel zu kostbar, um es im Auto zu verbrennen – beziehungsweise viel zu teuer“, fasste Doppelbauer seinen Standpunkt zusammen. Dass Wasserstoff-E-Mobilität trotzdem weiter beworben wird, liege an einer großen Interessensgruppe, „die ein Riesenproblem mit batterieelektrischen Fahrzeugen hat: das ist die Öl- und Gasindustrie“. Von dieser Seite werde „sehr viel Druck“ ausgeübt.
    Unpopulär mit Blick auf Batterie-Autos sei auch der dafür nötige Ausbau der Stromnetze, die Windräder und Stromtrassen erfordert. Das sei für die Politik nur mühsam durchzusetzen, beim Wasserstoff signalisiere dagegen die Öl- und Gasindustrie, den Aufbau übernehmen zu wollen. „Da gibt es keine Proteste, keine Widerstände, keine Mühen. Das erscheint sehr attraktiv“, so Doppelbauer.
  8. Renault, Nissan und Mitsubishi gründen neuen Technologieableger
    Die drei Konzernmarken Nissan, Renault und Mitsubishi wollen ein neues Unternehmen gründen, um Zukunftstechnologien schneller und günstiger auf den Markt zu bringen.
    Wie die Kyodo News berichten, soll sich die neue Firma auf die Entwicklung von Technologien einschließlich künstlicher Intelligenz für Fahrzeuge der nächsten Generation konzentrieren. Einzelheiten zu dem Unternehmen sollen bis Ende Januar 2020 bekanntgegeben werden. An diesem mitwirken werden Ingenieure aller der drei Autohersteller. Der neue Technologieableger soll es den drei Allianzpartnern ermöglichen, die Kosten zu teilen und die Entwicklungszeit nennenswert zu beschleunigen.
  9. Strategic Advisors Studie zum Autonomen Fahren
    75 Prozent der Befragten, so die Ergebnisse der Studie, sind der Technik gegenüber verschlossen oder unentschieden. Der Widerstand zeigt sich vor allem bei der Aufgabe des eigenen Fahrzeugs. 60 Prozent bevorzugen ein privates Auto. Das und eine verzerrte Wahrnehmung auf die Autonome Fahrzeugtechnologie, bedarf einer Strategie der Industrie Vertrauen aufzubauen.
  10. Batterieforscher relativiert Wasserverbrauch für Lithium in Elektroauto-Akkus
    Maximilian Fichtner, Direktor am Helmholtz-Institut für elektrochemische Energiespeicherung in Ulm, erklärte im Gespräch mit dem Tagesspiegel, dass für das Lithium einer Batterie mit einer Kapazität von 64 Kilowattstunden (kWh) 3840 Liter Wasser verdunstet werden. Das entspreche dem Wasserverbrauch bei der Produktion von 250 Gramm Rindfleisch, 10 Avocados, 30 Tassen Kaffee oder einer halben Jeans.
    Zur Einordnung: Eine Batterie mit knapp über 60 kWh nutzt etwa das Top-Modell des kompakten Nissan LEAF, mit der die Baureihe 385 Kilometer gemäß WLTP-Norm fährt. Der den LEAF wohl bald als meistverkauftes Elektroauto der Welt ablösende Mittelklassewagen Model 3 von Tesla schafft mit seiner laut Insidern ebenfalls um die 60 kWh großen Batterie über 400 Kilometer.
    „Ich wundere mich ohnehin immer, dass in der Öffentlichkeit nie über das Lithium in Laptops oder Mobiltelefonen gesprochen wird – aber beim E-Auto ist es auf einmal ein Problem“, sagte Fichtner. Auch in vielen industriellen und chemischen Prozessen werde viel Lithium verwendet.
  11. Fully autonomous cars could be on open roads within 5 years, says self-driving start-up Pony.ai CEO
    It is only a matter of time before driverless cars take us to work and our children to school, according to James Peng, CEO and co-founder of Pony.ai, a California-based self-driving car start-up.
    “If I have to give a number, I’ll say probably in five years,” Peng told CNBC’s Deirdre Bosa at the East Tech West conference in the Nansha district of Guangzhou, China. “We’ll definitely see a wide adoption of autonomous driving vehicles — fully autonomous driving vehicles — on the open roads.”
  12. Share Now weitet Long Term Carsharing aus
    Seit dem 21. November 2019 können die Kundinnen und Kunden die Fahrzeuge an nahezu allen Share Now Standorten bis zu vierzehn Tage lang anmieten. Eine vorangegangene Pilotphase war positiv verlaufen. Ab sofort startet das Angebot in 6 deutschen Großstädten.
    Die ersten wichtigen Erfahrungen mit Long Term Carsharing sammelte Share Now demnach in Mailand, Wien, Hamburg und Seattle. In diesen Städten steht den Kundinnen und Kunden bereits seit dem Sommer die längere Anmietung der Fahrzeuge zur Verfügung. In Mailand sind die Anmietungen der Stundenpakete dadurch beispielsweise um 48% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, heißt es vom Carsharer. Share Now Kunden fahren aber nicht nur häufiger, sondern auch länger mit den Fahrzeugen. Die Mietdauer hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.
    Auch bei den Tarifmodellen setzt Share Now auf Flexibilität. Gewählt werden kann zwischen der minutengenauen Abrechnung, den Stunden-Paketen und der tageweisen Anmietung. Am Ende des Mietprozesses stellt man das Fahrzeug wie gewohnt innerhalb des jeweiligen Geschäftsgebietes, indem man die Miete begonnen hat, ab.
  13. Vier Gründe: Warum das Wasserstoffauto nicht in Fahrt kommt
    Eine Erfolgsgeschichte werde die Brennstoffzelle nicht, sagt Prof. Ferdinand Dudenhöffer vom Center for Automotive Research – jedenfalls nicht im Auto. Dafür gebe es wichtige Gründe.

    1. Die Kosten
    Dass Brennstoffzellenautos keine Alternative sind – und erst mal auch nicht werden –, liege schon allein an ihrem Preis. So koste beispielsweise der Toyota Mirage mehr als 80.000 Euro.
    Selbst wenn sich die Kosten halbieren würden, würde der potenzielle Golf-Rivale rund 40.000 Euro kosten. Das wäre zwar ein gewaltiger Schritt – aber immer noch nicht ausreichend. Dudenhöffers Fazit: “Die Technologie ist zu teuer, um sich erfolgreich im Markt zu positionieren.”

    2. Infrastruktur
    Wenn die Infrastruktur fehlt, kauft niemand die Autos. Das zeigt sich seit Jahren am E-Auto. Und genauso sieht es bei der Brennstoffzelle aus.
    Dudenhöffer rechnet vor: Für eine flächendeckende Infrastruktur würden 3.000 bis 5.000 Wasserstofftankstellen benötigt – allein in Deutschland. Kostenpunkt: drei bis fünf Milliarden Euro. Da aber ganz Europa ein entsprechendes Netz benötige, würden die Milliardenkosten im zweistelligen Bereich liegen.
    Die öffentliche Hand investiert allerdings gerade in Ladesäulen fürs E-Auto. Und aus privater Hand werde das Geld ebenfalls kaum fließen. Denn die Investitionen würden sich selbst in 20 Jahren kaum rechnen, so Dudenhöffer.

    3. Effizienz und Tankkosten
    Sauber ist der Antrieb ohne jede Frage (sofern seine Energie auch sauber gewonnen wird). Aber effizient ist er nicht. Denn: Zunächst wird mit viel Energie der Wasserstoff erzeugt, aus dem im Auto wieder Strom entsteht. Bei jedem dieser Schritte gibt es hohe Effizienzverluste – so hoch, dass laut Dudenhöffer letztendlich weniger als ein Viertel der ursprünglichen Energie genutzt wird, um das Fahrzeug anzutreiben.
    Die Energieeffizienz eines E-Autos hingegen liege bei mehr als 70 Prozent. Wenn man gleiche Strompreise zugrunde legt, dann kann man sich die Effizienz kaum mehr schönrechnen: “Gemessen am Stromverbrauch wäre das Wasserstoffauto mehr als dreimal so teuer wie das Elektroauto.”

    4. Sinkende Batteriekosten
    Teure Batterien, hohe Ladezeiten – auch sie gelten bislang als Hürde für die Ausbreitung des E-Autos. Das ändert sich aber kontinuierlich: Schon 2020 wird der Akku 84 Euro pro Kilowattstunde kosten – noch 2013 war es fast das Fünffache.
    Und auch die Ladezeit sinkt: Der neue Porsche Taycan etwa ist bereits nach fünf bis zehn Minuten wieder zu 80 Prozent geladen.

  14. Elektromobilität: Spitzentreffen zum Ausbau des Ladenetzes geplant
    Zum Ausbau des Ladenetzes für Elektroautos ist am 13. Dezember ein Spitzentreffen von Bundesregierung und Energiebranche geplant. Das geht aus einer Einladung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag. An dem Treffen im Wirtschaftsministerium sollen neben Ressortchef Peter Altmaier (CDU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auch Branchenverbände teilnehmen.
    Die Bundesregierung hatte einen “Masterplan Ladeinfrastruktur” vorgelegt, mit dem der Ausbau der Ladesäulen beschleunigt werden soll. Ein flächendeckendes Netz gilt als wichtige Voraussetzung für einen Durchbruch der Elektromobilität. “Die Bundesregierung ist auf ein entschiedenes Engagement seitens der Energiewirtschaft sowie der Länder und Kommunen angewiesen, damit in den nächsten zwei Jahren 50.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte errichtet werden”, heißt es in der Einladung.
Keine News mehr verpassen!