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Digitalisierung: Kommt das Auto bald aus dem 3D-Drucker?

Kommt das Auto bald aus dem 3D-Drucker?

Man stelle sich vor, die Autoteile kommen nicht mehr aus der Metallpresse, sondern aus dem 3-D-Drucker. Tatsächlich ist das schon lange Realität: BMW und Volkswagen etwa nutzen den 3-D-Druck schon gut 25 Jahre für den Bau von Prototypen und bei Spezialwerkzeugen für die Automontage. Das Verfahren dazu heißt Laserschmelzen. Dabei wird Metallpulver mittels eines Lasers aufgeschmolzen, das erstarrte Material wird fest, dann folgt die nächste Pulverschicht. Doch nun soll der 3-D-Druck für den Bau von Autoteilen revolutioniert werden. Dafür haben sich drei Industriegiganten zusammengetan.

Der Drucker Metal Jet stammt vom amerikanischen Marktführer HP, das dafür notwendige Metallpulver stellt GKN her und produziert die Teile. GKN, ebenfalls ein amerikanisches Unternehmen, ist der weltweit größte Konzern in der Herstellung von Pulvermetall und daraus gefertigten Bauteilen. Volkswagen, global größter Autoproduzent, ist Kunde von beiden. Die Firmen kooperieren in der Entwicklung und Einführung der neuen Drucktechnologie, die den metallischen 3-D-Druck im Vergleich zum herkömmlichen 3-D-Druck 50-mal schneller machen und die Produktivität um denselben Faktor erhöhen soll.

“Das neue 3-D-Druckverfahren von HP ist viel schneller, wesentlich produktiver – und damit erstmals auch für größere Stückzahlen wirtschaftlich”, sagt Christian Borowetz, Abteilungsleiter für Fertigungstechnologien bei Volkswagen in Wolfsburg. VW druckte bislang Sonderteile für Spezialfahrzeuge in geringen Mengen nach dem herkömmlichen Verfahren, zum Beispiel Halterungen in Polizeifahrzeugen für die Kelle.

Das Metal-Jet-Verfahren wird von VW nun erstmals für den Druck von Serienteilen eingesetzt werden. Die Technologie ähnelt dem Tintenstrahldruck: Schicht um Schicht werden abwechselnd Metallpulver und Binder auf eine Bauplatte aufgetragen. Wenn das Teil aufgebaut ist, wird es gesintert, das heißt im Ofen gebacken. Dort wird das Bindematerial aus- und gleichzeitig die Metallteile verschmolzen. Nach dem Abkühlen kann es bearbeitet werden. Die ersten Metallteile, die mit dem neuartigen Drucker hergestellt werden können, sind unterschiedliche Edelstähle.

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