Digitalisierung: SEAT ist ein Hidden Champion

SEAT ist aufgrund seiner Käuferstruktur ein Hidden Champion bei der Digitalisierung.

Deshalb scheint es nur konsequent, dass De Meo dem Thema höchste Priorität einräumt, besonders wegen der speziellen Kundenstruktur der Marke. Seat hat die mit Abstand jüngsten Käufer, nicht nur im Konzern, wo der Altersdurchschnitt rund zehn Jahr höher ist, sondern auch im Vergleich zur Konkurrenz. “Der Durchschnitt liegt bei 42 Jahren”, sagt De Meo. Zwar könnten die nicht so viel Geld ausgeben, doch auf der anderen Seite seien sie extrem aufgeschlossen für technische Neuerungen. “Schließlich wollen sie auf ihre gewohnte digitale Lebenswelt im Auto nicht verzichten.” Andere Marken wie Mercedes oder Ford setzen deshalb bei der Digitalisierung zunächst auf kleinere Modelle, die besonders von einer jüngeren Zielgruppe gekauft werden – wie A-Klasse oder Fiesta – und führen die Technologie dann sukzessive in ihre teureren Modelle ein. Ein Novum, denn bisher wurden technologische Errungenschaften von der Oberklasse in die unteren Segmente übernommen.
Damit die Extras für die Zielgruppe erschwinglich bleiben, verzichtet Seat auf teure eigene Lösungen, die der Kunde am Ende womöglich gar nicht akzeptiert. “Wir öffnen uns für Partner und intergieren lieber die gängigen Standards”, sagt Fabian Simmer. Er ist der Digital Officer der Spanier. Im Umgang mit den ganz großen Nummern im Silicon Valley besitzt er eher eine eigenwillige Position. “Mit unseren 400.000 Autos im Jahr sind wir so klein, dass sich Firmen wie Google, Apple oder Amazone nun wirklich nicht für uns interessieren müssten”, sagt Simmer. “Als VW-Tochter sind wir aber die Vorhut für den Konzern und öffnen so die Türen zu zehn Millionen von potentiellen Neukunden pro Jahr – da werden auch Apple und Co. hellhörig”.

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