Digitalisierung: So findet man den richtigen Blockchain Use Case

Wie findet man eigentlich den richtigen (Blockchain-)Use Case?

Zuerst müssen Ideen für mögliche Use Cases entwickelt werden – möglichst frei von Einschränkungen. Hier haben sich diverse Kreativitätstechniken etabliert. Dazu gehören Innovation Workshops, Design ThinkingDesign Thinking oder Hackathons, die vor allem im Entwicklungsbereich eingesetzt werden. Aber auch klassische Techniken wie Brainstorming, Bionik, Six Hats oder die 6-3-5-Methode lassen sich nutzen. Unabhängig von der Methode gibt es zwei grundsätzliche Ansätze, um einen Business Case für die Blockchain zu finden:

Der disruptive Ansatz basiert auf der ketzerischen Frage: Was muss geschehen, damit das eigene Unternehmen in fünf Jahren vom Markt verschwunden ist? Gerade eine umgekehrte Perspektive zur normalen Denkweise kann bei Kreativitätstechniken einen wahren Ideenschub auslösen. Zudem lassen sich hiermit mögliche Gefahren aus Business-Sicht erkennen und analysieren.Neben Brainstorming eignet sich etwa die 6-3-5-Methode: 6 Personen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen schreiben 3 Ideen auf einem Blatt Papier in 5 Minuten auf. Dann werden die Zettel an den Nachbarn weitergereicht, der alle Ideen kommentiert, er-weitert und vertieft. Dies wird solange wiederholt, bis jeder Teilnehmer jeden Zettel bearbeitet hat. Anschließend werden die Ergebnisse in der Gruppe diskutiert.In einem konkreten Beispiel kam heraus, dass ein Unternehmen von einem Wettbewerber mit einem AirBnB-Modell am stärksten bedroht wäre. Denn es könnte keine Produkte mehr vermieten, wenn die Kunden das untereinander erledigten. Also entschied sich das Unternehmen, eine solche Lösung einfach selbst zu entwickeln und für sich zu nutzen.Der analytische Ansatz wirkt dagegen deutlich klassischer: Er bewertet die Wertschöpfungskette anhand von Methoden aus dem Business Process Modelling (BPM). Die Blockchain ist zum Beispiel dann relevant, wenn viele Beteiligte miteinander interagieren, die sich gegenseitig per se nicht vertrauen. So wird über grafisch dargestellte Geschäftsprozesse die Wertschöpfungskette betrachtet, um neuralgische Punkte zu entdecken, welche viele Beteiligte betreffen und immer wieder zu Problemen führen.Dies lässt sich analytisch starten und mit einem Workshop oder einer Interview-Reihe mit den Beteiligten fortführen. Hier werden die Prozessbeteiligten gebeten, den Ablauf mit Worten zu beschreiben und Probleme aufzuzeigen. Die Interviews sollten unabhängige Dritte durchführen, damit die Schwierigkeiten offen angesprochen werden. So ließe sich zum Beispiel in einem Prozess der dezentralen Energieversorgung per Interviews klären, wie vorgegangen werden soll, wenn Nutzer nicht rechtzeitig ihre Rechnungen bezahlen (Mahnungen, Stromkontingente, Obergrenzen, Drosselung).

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