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Digitalisierung: Volkswagen wird in 10 Jahren ein völlig anderes Unternehmen sein

Interessanter Artikel warum Volkswagen in 10 Jahren ein völlig anderes Unternehmen sein könnte.

Bis Ende 2023 wird Volkswagen also auf alle Fälle elektrifizierter und digitaler unterwegs sein. Trotzdem wird der Konzern aller Voraussicht nach auch dann noch unverändert als Hersteller von „Wagen fürs Volk“ wahrgenommen werden.
Wie es danach weitergehen könnte
„Mein Wagen“ statt „Volkswagen“
Aber in der zweiten Hälfte der kommenden zehn Jahre wird Volkswagen Schritt für Schritt ein neues Gesicht bekommen – die Wagen selbst treten dann immer mehr in den Hintergrund. Gleichförmige Massenprodukte werden irgendwann fast nur noch für die immer beliebteren Mobilitätssysteme produziert. Wer sich hingegen weiterhin ein eigenes Auto leisten möchte, der legt Wert auf höchste Individualität für seinen „dritten Lebensraum“.
Dank intelligenter 3D-Visualisierungstechniken, künstlicher Intelligenz und 3D-Druck wird jeder den Innenraum seines hochgradig autonomen Fahrzeugs nach seinen persönlichen Vorlieben und Anforderungen gestalten können, ähnlich wie heute für leichte Nutzfahrzeuge maßgeschneiderte Auf- und Umbaulösungen angeboten werden. Zulieferer wie Bosch und Faurecia (WKN:867025) setzen bereits auf diesen Trend.
Volksmobilität
Vieles deutet darauf hin, dass über die kommenden zehn Jahre der Absatz von Privatautos stagnieren oder sogar zurückgehen wird. Umso wichtiger wird es sein, dass sich die heute noch am Anfang stehenden Mobilitätssysteme bis dahin zu echten Umsatzträgern entwickeln. Als Ziel für die 2016 gegründete Tochter MOIA wurde eine weltweit führende Stellung bei Mobilitätsdienstleistungen bis 2025 ausgerufen.
Wenn VW eine Chance gegen die gerade an die Börsen strebenden Konkurrenten Lyft und Uber haben will, müssen große Investitionen in digitale Plattformen und intelligente Systeme her. Dass Uber mit über 100 Mrd. Euro bewertet werden könnte, zeigt, welches Potenzial hier lauert. Gelingt die Aufholjagd, dann könnte MOIA bis 2028 erheblich mehr wert sein als der gesamte Konzern heute. Daneben sehe ich einen weiteren Bereich, der es bis dahin zu einer beachtlichen Größe bringen könnte, und davon haben wir bisher noch gar nicht gesprochen: Energie.
Volksenergie
Heute ist Power Engineering nur eine ziemlich unbedeutende Geschäftseinheit im weitverzweigten Wolfsburger Reich. Meine Erwartung ist allerdings, dass dies nicht mehr sehr lange so sein wird. Volkswagen ist auf dem besten Weg, zu einem bedeutenden Spieler im Energiemarkt aufzusteigen. Wohin man auch schaut, sind Wachstumspotenziale zu erkennen. Equipment für die explodierende Flüssigerdgasinfrastruktur, kosteneffiziente Energiespeicherlösungen, Windkraftkomponenten und komplette hybride Kraftwerke stehen bereits heute im Portfolio.
Gleichzeitig engagiert sich VW immer stärker entlang der Batteriewertschöpfungskette: von der Beteiligung an Rohstofflieferanten und Zellenherstellern über eigene Batteriefertigungslinien bis hin zu stationären Batteriespeichern. Ich halte es auch für wahrscheinlich, dass VW sich einen Windturbinenhersteller und andere aussichtsreiche Energiewendeunternehmen einverleiben wird. Letztlich könnte die Sparte alles von der Stromerzeugung bis zum Vertrieb über die schnell wachsenden internationalen Ladenetze abdecken.

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