Elektromobilität: „Akku tauschen geht noch schneller als tanken“

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Interessantes Interview mit Hui Zhang, Vizechef von Nio für Europa, über die Strategie von NIO in Europa und ob dabei Akku-Wechselstationen eine Rolle spielen. Lesenswert!

ZEIT ONLINE: Produkte aus China galten in Europa
lange als minderwertig. Macht es Ihnen das zusätzlich schwer, Kunden vom Kauf
eines chinesischen Luxusautos zu überzeugen?

Zhang: Die Zeiten haben sich geändert. Chinesische
Smartphones sind zum Beispiel auf dem europäischen Markt schon etabliert. So
kann man sich ein Bild von der Qualität chinesischer Produkte machen. Nio
ist eine Premiummarke mit weltweit erstklassigen Partnern. Hochwertige Software
und Hardware überzeugen unsere Kunden in China, und wir sind dort deutlich
teurer als ein vergleichbarer Tesla.

ZEIT ONLINE: Sie verkaufen bislang nur SUVs. Wäre es
angesichts des Klimawandels und des Platzmangels in Städten nicht besser,
kleinere Autos zu bauen, die weniger Strom und Platz verbrauchen?

Zhang: Mit unseren heutigen Modellen bedienen wir das
Premiumsegment, da haben Kunden gewisse Ansprüche. Auf kleine Autos
konzentrieren sich andere Hersteller. Jeder leistet seinen Beitrag. Wir müssen
aber auch an die Menschen denken, die außerhalb von Städten mobil sein wollen
und auch dort leben. Beispielsweise in Norwegen, seit Ende September unser
erster Markt außerhalb Chinas: Dort gibt es viele Strecken, die wie für SUVs gemacht
sind. ZEIT ONLINE: Mit den Akkuwechselstationen haben Sie
ein Alleinstellungsmerkmal. Wie schnell wollen Sie das Netz in Europa aufbauen?

Zhang: Wir bauen gerade die erste Station in Lier bei
Oslo. Bis Jahresende sollen drei weitere im Großraum Oslo folgen. Nächstes Jahr
wollen wir 20 Tauschstationen in Norwegen haben. Bis 2025 soll es weltweit
4.000 Stationen geben, davon 1.000 außerhalb Chinas.

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