Elektromobilität: Darum hat sich Volkswagen für den E-Antrieb entschieden

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Sehr interessanter Artikel von Dr. Herbert Diess auf LinkedIn warum sich Volkswagen für den Elektroantrieb entschieden hat und warum das keine Wette ist! Sehr lesenswert.

Warum aber setzen wir für die Pkws nicht auf synthetische Kraftstoffe oder grünen Wasserstoff? Nicht aus Sturheit oder Verschlossenheit – unsere Forschung dazu ist sehr umfassend und reicht lange zurück. Wir haben die Forschung auch nicht eingestellt. Im Gegenteil: Gerade weil wir uns mit allen Alternativen zum Verbrenner intensiv beschäftigt haben, legen wir uns so klar auf die E-Mobilität fest.

Alternative, synthetische Kraftstoffe haben im Vergleich eine schlechtere Energiebilanz. Für die Herstellung muss ein Vielfaches an erneuerbaren Energien verwendet werden als beim E-Antrieb.Die Unterhaltskosten steigen also enorm – der Großteil der synthetischen Kraftstoffe wird heute nicht CO2-frei produziert, da dies einfach zu teuer ist. Auf absehbare Zeit wird sich das nicht ändern. Synthetische Kraftstoffe wird man aber dort benötigen, wo Elektrifizierung unmöglich ist z.B. bei Flugzeugen oder in der Schifffahrt - oder vielleicht in vielen Jahren, wenn alles elektrisch fährt für unsere Oldtimer - die wir ja nicht aufgeben wollen.

Grüner Wasserstoff, der in Brennstoffzellen im Auto für den elektrischen Antrieb verbrannt wird, ist wirtschaftlich für den Pkw-Bereich und wahrscheinlich auch für weite Teile des LKW-Betriebes nicht vertretbar. Die Betriebskosten eines Wasserstofffahrzeugs sind, abhängig vom speziellen Fahrprofil, ca. zwei- bis dreimal höher als die eines vergleichbaren E-Autos, weil die Wirkungsgrade von der Wasserstoffelektrolyse über die aufwendige Verteilung bis zur Verbrennung in der Brennstoffzelle deutlich kleiner sind. Im E-Auto werden ca. 70% der Windmühlenenergie in Bewegung im Auto umgesetzt, Wasserstofffahrzeuge setzen hingegen nur 20 bis 30% davon um.
Hinzu kommt, dass in ein teures Wasserstofftankstellennetz investiert werden müsste. Der grüne Wasserstoff wird zudem viel dringender in Industrien benötigt, die ohne Wasserstoff nicht dekarbonisieren können: Stahl, Düngemittelproduktion, .... Die Wasserstoff-Autos zu bauen wäre vergleichsweise einfach, wie ja Versuchsflotten verschiedener Hersteller zeigen. Aber bis heute gibt es keine nennenswerte Produktion von grünem Wasserstoff, den man in PKWs einsetzen könnte. 

E-Mobilität ist die einzig vernünftige Lösung
Also: Von Technologieoffenheit zu sprechen, klingt schön, kommt sicher auch bei vielen Leuten gut an – besonders bei den Firmen, die noch am Verbrenner klammern und hoffnungslos auf Zeit spielen. Es hilft aber nicht. Wenn wir die Klimaziele erreichen wollen, haben wir keine Zeit, weiter zu warten und über mögliche Technologien zu diskutieren, für die heute wesentliche Grundlagen fehlen und selbst einer optimistischen qualifizierten Abschätzung nicht standhalten. Und es ist auch gefährlich, Zeit und Ressourcen zu verschwenden in Projekte, die ohne Aussicht auf Erfolg starten. 

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