Elektromobilität: Dieter Zetsche erklärt Daimler’s Ausstieg bei Tesla

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Sehr interessantes Interview mit Dieter Zetsche über Elektromobilität und den Ausstieg bei Tesla.

„Elon hat eine Mission, er will die Probleme der Menschheit lösen“, sagte Zetsche, der den US-Amerikaner häufig getroffen hat. Dabei gehe Musk keinem Risiko aus dem Weg. Der Elektromobilität habe er einen großen Dienst erwiesen, indem er mit Tesla „absurd schnelle“ E-Autos auf den Markt gebracht habe. Für den früheren Daimler-Chef ist daher der dauerhafte Erfolg von Tesla nicht ausgemacht. Das werde sich noch zeigen müssen, sagte er.Falsch, auf eine einzige Technologie zu setzenMehrmals drohte bei Tesla in der Vergangenheit das Kapital auszugehen. Vor zehn Jahren war sogar Daimler eingestiegen. „Tesla bekam zu der Zeit kein Geld.“ Laut Zetsche zahlten die Schwaben für einen Anteil von knapp zehn Prozent 50 Millionen Euro – und verkauften ihn einige Jahre später für 800 Millionen Euro.Auch wenn Tesla heute rund 50 Milliarden Dollar wert ist und damit fast so viel wie Daimler, den Ausstieg bereut Zetsche nicht. Es sei eine Finanzbeteiligung gewesen. Eine komplette Übernahme hätte für ihn damals, wie auch heute, keinen Sinn gemacht. Der US-Autobauer habe in der Produktion Schwierigkeiten, und die gigantische Batteriefabrik in Nevada würde er auf keinen Fall haben wollen. Der Markt für Batterien verändere sich zu schnell, da sei es falsch, auf eine Technologie zu setzen.

Trotz aller Bewunderung für Musk – dauerhaft sieht er die etablierten Hersteller vorne. Daimler stellt wie Volkswagen, BMW und andere Autofirmen sein Angebot von Verbrennern auf Elektroantriebe um. Bis zum Jahr 2030 würden die Hälfte aller Mercedes-Fahrzeuge laut Zetsche elektrisch sein, bis zum Jahr 2040 alle. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben sieht er keine Alternative dazu: „Es gibt keinen anderen Weg als den batterietechnologischen“, erklärt Zetsche. Für die Umstellung auf die Brennstoffzelle, die mit Wasserstoff angetrieben wird, fehlt aus seiner Sicht die nötige Infrastruktur.

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