Elektromobilität: „Europa hat den Vorsprung der Chinesen eingeholt“

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Lange galt Europa als abgehängt bei der Batterieentwicklung. Doch das sei ein Vorurteil, meint Maximilian Fichtner, Professor für Festkörperchemie an der Uni Ulm sowie stellvertretender Direktor des Helmholtz-Instituts Ulm für Elektrochemische Energiespeicherung. „Es ist in Europa zu großen Teilen gelungen, den Entwicklungsvorsprung der Chinesen einzuholen“, sagte er im Interview mit der deutschen Ausgabe des MIT-Magazins Technology Review.

„Die Europäer haben in den letzten Jahren zwei bis drei Mal mehr investiert als China. Und Deutschland hat sich vom Enfant terrible der Batterieproduktion zum Musterknaben entwickelt. Es gibt kein Land in Europa, in dem mehr Gigafactorys geplant oder gebaut werden.“

Diese Fabriken verändern auch die hiesige Forschungslandschaft, so Fichtner: „In den letzten zehn Jahren konnten Sie mit einer Industriefirma nur kooperieren, wenn Sie etwas gemacht haben, was genau in deren Portfolio gepasst hat. Das ist in Asien anders. Dort arbeiten große Firmen sehr langfristig mit Einrichtungen zur Grundlagenforschung zusammen. Aber jetzt, da wir fast auf Augenhöhe mit den Chinesen sind, scheint sich die Lage auch hier ein bisschen zu entspannen. Die Firmen scheinen mehr Interesse zu haben an Themen, die in den nächsten 20 bis 30 Jahren relevant werden könnten.“

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