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Elektromobilität: Formel E soll Eisbrecher für Porsche-Serienautos sein

Interessantes Interview über die Bedeutung der Formel E für Porsche.

Können Sie auch bei elektrischen Rennwagen, die nach einem speziellen Reglement gebaut werden, etwas für die Straßenautos lernen? Wir verstehen die Formel E als Vorausentwicklung. Dort können wir extreme Wege gehen – wie immer im Motorsport. Das soll ein Eisbrecher für Serienfahrzeuge sein. So war es auch bei dem Projekt für unseren Le-Mans-Rennwagen 919 Hybrid: Hier schauen wir derzeit alle Technologien durch, was für den Einsatz in Serienautos geeignet ist. Die ersten Themen sind auf dem Weg.

Die Eckdaten des ersten Elektro-Porsche für die Straße sind 600 PS und 500 Kilometer Reichweite. Ist die Straße technologisch nicht schon weiter als die Formel E? Das ist eine Konzeptfrage. Die Formel-E-Rennwagen sind für enge Straßenkurse ausgelegt, nicht für eine Rennstrecke wie Le Mans mit kilometerlangen Geraden. Höchstgeschwindigkeit und maximale Leistung sind hier weniger wichtig.

Bei der E-Technik ist die Formel E weiter vorne dran. Auf der Motorenseite steckt in der Betriebsstrategie sehr viel Potenzial. Jeder will die zur Verfügung stehende Energie optimal einsetzen. Es bringt – anders als auf der Straße – nichts, am Ende des Rennens noch Energie übrig zu haben. Da haben wir viele Ideen – auch was die Batterie angeht, wenn dort die Entwicklung frei gegeben wird. In diesen Bereichen gibt es viele Entwicklungsmöglichkeiten, ohne dass parallel die Kosten explodieren.

Wie ist der aktuelle Stand bei dem Formel-E-Projekt? Wir entwickeln derzeit den Antrieb. Das Projekt liegt in den Händen des Teams, das den Le-Mans-Rennwagen 919 Hybrid entwickelt hat, also vor allem Andreas Seidl und Fritz Enzinger. Nach dem Ende des Le-Mans-Projekts ist das Team etwas kleiner geworden, einige Mitarbeiter sind intern in das GT-Team gewechselt. Wenn das Formel-E-Projekt jetzt richtig Fahrt aufnimmt, stocken wir das Team wieder auf die alte Größe auf. Da sitzen sehr viele erfahrene Leute.

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