Elektromobilität: Interview mit Audi-Entwicklungsvorstand Hoffmann

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Sehr interessantes Interview mit Audi-Entwicklungsvorstand Hoffmann über den aktuellen Status bei Artemis und die Zukunft von Verbrennermotoren. Lesenswert!

Wenn das Fahrzeug vom “Interieur aus gedacht” wurde, steht das also auf einer komplett neuen Architektur?Nein, Artemis fußt auf unserer PPE-Architektur. Zudem wird das Fahrzeug das Pilotprojekt für die Einheits-Batteriezelle des Konzerns sein. Dabei handelt es sich um ein einheitliches, prismatisches Zellformat. Die PPE-Architektur mit vielen vordefinierten Modulen und Komponenten ermöglicht es uns, den Fokus stärker auf die Themen Interieur und Bedienkonzept zu legen.
Es bleibt also bei unterschiedlichen Architekturen? Es soll ja innerhalb des Volkswagen-Konzerns Bestrebungen geben, die Anzahl der Architekturen zu reduzieren.Heute sind wir mit MEB und PPE in der Elektromobilität klar strukturiert und damit Vorreiter in der Automobilindustrie. Mit dem Q4 e-tron und dem Q4 Sportback e-tron hat nun auch Audi seine ersten Modelle auf MEB-Basis. Mit den Kompakt-SUVs werden wir hohe Volumen generieren, da sie den Einstieg in die Elektromobilität bei Audi ermöglichen. Der nächste Schritt sind dann die Fahrzeuge auf PPE-Basis. Das Concept Car von Shanghai hat gezeigt, wo da eine Richtung hingeht. Gemeinsam mit Porsche werden wir da nochmal einen echten Sprung machen. Nur zum Verständnis: Wir haben die zwei Baukästen MEB und PPE. Innerhalb dieser gibt es Plattformen für jedes Segment, welche sich bei den kostenintensiven Modulen aus den Baukästen bedienen. Mit dem Projekt Artemis kommt nun noch die Einheitszelle hinzu, die unseren Weg in die Zukunft begleiten wird.

Was zeichnet die Einheitszelle aus?Zunächst geht es um Skaleneffekte. Der E-Tron auf Basis des Modularen Längsbaukastens (MLB) nutzt beispielsweise noch Zellen von zwei unterschiedlichen Lieferanten in zwei unterschiedlichen Formaten. Denn einer allein wäre gar nicht in der Lage gewesen, die entsprechenden Stückzahlen zur Verfügung zu stellen. Wir haben also Pouch- und prismatische Zellen. Für die Einheitszelle haben wir in einem langen Prozess die Formate und die chemische Zusammensetzung der Zellen analysiert, unter anderem nach unseren Leistungsanforderungen und den gesetzlichen Vorgaben. Im nächsten Schritt haben wir die Zellen hinsichtlich Geometrie und Abmessungen vereinheitlicht, um uns Flexibilität und unseren Lieferanten Planungssicherheit zu geben.

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Quelle: www.auto-motor-und-sport.de