Elektromobilität: Warum sich Käufer für Elektroautos entscheiden

Warum entscheiden sich Käufer für Elektroautos? Schauen wir es uns an.

Das klarste Bild gibt es bei wirtschaftlichen Anreizen und Vorteilen im Straßenverkehr. Norwegen fördert Elektroautos seit 1990 und hat mit den Subventionen für Käufer gleichzeitig versucht, eine eigene Autoindustrie aufzubauen – weitgehend erfolglos, jedenfalls sind die Firmen immer wieder Pleite gegangen. Heute werden vor allem ausländische Batteriemobile verkauft und mittlerweile hoch bezuschusst: zwischen 12 000 und 20 000 Euro, sagen manche Beobachter, je nachdem wie man rechnet. Die Autos sind von einer sehr hohen Kauf- und Zulassungssteuer und der 25-prozentigen Mehrwertsteuer ausgenommen. Hinzu kommen Erleichterungen bei Maut und Fährgebühren sowie beim Parken. Und die Elektroautos dürfen reservierte Busspuren benutzen. Der Weg zum Erfolg, stellen Beobachter fest, war für das Land aber durchaus gewunden (siehe Grafik am Ende des Artikels).Kristin Ystmark Bjerkan von der norwegischen Forschungsstiftung SINTEF in Trondheim hat vor einigen Jahren knapp 3400 Fahrer von Elektroautos gefragt, welche Anreize für ihre Wahl wichtig waren. Für mehr als 80 Prozent waren das eindeutig die Steuervorteile, aber ein Sechstel der Befragten sagte auch, ohne die Erlaubnis, die Busspuren zu benutzen, und so in der Rushhour schneller voran zu kommen, hätten sie sich nicht für das Batteriemobil entschieden. Ähnliche Erkenntnisse gibt es aus den USA, wo die Benutzung der „carpool lanes“ auf den Highways in manchen Staaten, besonders in Virginia und damit im Umfeld der Hauptstadt Washington und der Ballungsregion Norfolk, den Fahrern attraktiv erscheint. Der Effekt war dort allerdings im Zusammenspiel vieler Faktoren schwer isoliert nachzuweisen.  In China ist der Kauf eines Elektroautos für viele Bürger die einzige Möglichkeit, überhaupt zu eigenen vier Rädern zu kommen. In Metropolen wie Beijing, Shanghai, Shenzhen oder Guangzhou werden Nummernschilder nur per Lotterie oder Auktion vergeben. Ein erfolgreiches Gebot kostet schnell mehr als 10 000 oder sogar 12 000 Euro; andere Autofahrer zahlen 1600 Euro pro Jahr, um das Schild – illegal – von jemandem zu mieten. Außerdem dürfen nicht alle Fahrzeuge an jedem Tag fahren. Von beiden Regeln sind Elektroautos ausgenommen, genau wie die sogenannten Plug-in-Hybride (sie haben einen Elektro- und einen Verbrennungsmotor und können mit Strom aufgeladen und konventionell betankt werden). Beide Privilegien zusammen waren Testpersonen in einer psychologischen Studie fast 12 000 Euro wert, stellten Ning Wang und seine Kollegen von der Tongji Universität in Shanghai fest. Kostenloses Laden an öffentlichen Säulen oder die Benutzung von Busspuren seien demgegenüber weniger wichtig. 

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