Elektromobilität: Wie bei Porsche Serien-Elektroautos von der Formel E profitieren

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Dass die Serienentwicklung von den Innovationen aus dem Rennsport profitiert, zeigt der Porsche Hybrid 919, der drei Hersteller-WM-Titel sowie drei Siege beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans in den Jahren 2015, 2016 und 2017 gewann. Beim LMP war es entscheidend, dass er Energie schnell speichern und abrufen konnte. Deshalb entschieden sich die Porsche-Ingenieure für eine interne Spannung von 800 statt der sonst üblichen 400 Volt. Die Erfahrungen von der Rennstrecke – „insbesondere mit der hohen elektromagnetischen Abstrahlung“ – halfen bei der Umsetzung in der Serie. „Der LMP hat die Entscheidung für 800 Volt beim Taycan unterstützt“, so Füchtner.

Am meisten Anknüpfungspunkte gebe es bei der Prüfstandstechnik. Auf diesen Anlagen lassen sich einzelne Komponenten unter genau kontrollierten Bedingungen testen, ohne dass Runden auf einer realen Teststrecke gedreht werden müssen. „Um die gesetzlich vorgeschriebenen Testzyklen zu absolvieren, sind im realen Fahrzeug zehn Tage nötig. Auf dem Prüfstand reichen ein Arbeitstag und eine Nachtschicht“, erläutert Christian Wiedenbrügge, Teamleiter Antriebssoftware und Applikation für batteriebetrie­bene Fahrzeuge.
Die unterschiedlichen Teams verfolgen bei den Prüfstandstests unterschiedliche Ziele. Der Rennstall würde zum Beispiel die Nordschleife des Nürburgrings simulieren, um ein Bauteil auf schnellste Rundenzeit zu trimmen, während der Serienentwickler auf der Jagd nach noch mehr Reichweite womöglich eine virtuelle Fahrt durch den Schwarzwald wählt. „Die Methoden sind jedoch die gleichen“, betont Wiedenbrügge. Beide Seiten trieben zudem die Technik der Prüfstände voran. Die Rennwagen­-Ingenieure hätten zum Beispiel die Temperierung der Prüflinge verfeinert, weil beim E-Antrieb jedes Zehntelgrad eine Rolle spielt. Aus der Serie seien Verbesserungen in der Automatisierung der Prüfläufe gekommen.

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Quelle: ecomento.de