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Elektromobilität: Wie entwickelt sich das quattro-Konzept weiter?

Sehr interessantes Interview mit Michael Wein, Projektleiter Allrad- und Rekuperationsfunktion Audi e-tron, über die zukünftige Entwicklung des quattro-Antriebes, auch im Rahmen der Elektromobilität.

Herr Wein, weshalb hat sich Audi beim e-tron für ein Konzept mit zwei E-Maschinen entschieden?
Grundsätzlich entscheiden wir uns bei jedem Auto für das passende quattro-Konzept – abhängig von Fahrzeugarchitektur und Positionierung. Beim Audi e-tron sind beide Antriebe immer mechanisch mit dem Rad gekoppelt. Das hat einen guten Grund, denn so können wir Antriebsmoment so aufteilen, dass sich das Auto stets im Bereich des optimalen Wirkungsgrads bewegt. Das Resultat ist die Effizienz eines Einachsantriebs kombiniert mit der Fahrdynamik und Traktion eines Allradantriebs.
Ein weiterer, wichtiger Grund für Einsatz zwei E-Maschinen ist der Effizienzgewinn beim Bremsen. Bei stärkeren Verzögerungen kann der Allradantrieb deutlich mehr Rekuperationsleistung auf die Straße bringen – bis zu 220 kW. Zusätzlich spielen natürlich noch viele andere Parameter eine wichtige Rolle, damit sich das Auto so fährt, wie es unsere Kunden erwarten. Komfort und Ansprechverhalten sind zwei Beispiele, die von einem Konzept mit zwei E-Maschinen profitieren. 

Beim quattro-Antrieb in Fahrzeugen mit Verbrennern kommen bei Audi mechanische Allrad-Layouts mit fein regelnden Differenzialen sowie in den kompakteren Modellen Hang-on-Systeme mit elektrisch gesteuerten Kupplungen zum Einsatz. Wie gestaltet sich hier die Auslegung mit Blick auf eine weitere Hybridisierung im (Allrad-)Antrieb? 
Auch hier kommt unsere Philosophie zum Tragen: Zu jedem Antrieb entwickeln wir das passende quattro-Konzept. Bei Fahrzeugen im A-Segment wird die technische Umsetzung eine andere sein, als bei den größeren Modellen im C und D-Segment. Das liegt auch an unterschiedlichen Kundenwünschen in den unterschiedlichen Leistungsstufen.   
Die fortschreitende Elektrifizierung freut uns Entwickler. Denn der elektrische quattro bietet durch die höhere Variabilität der Momentenverteilung mehr Möglichkeiten, den Fahrer auch bei anspruchsvollen querdynamischen Fahrsituationen zu unterstützen. Zudem gibt uns die Technologie mehr Freiheiten, beispielsweise durch die Integration der radselektiven Momentensteuerung in den elektrischen Allradantrieb. 

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