Elektromobilität: „Wir könnten unsere Flotte als fahrenden Speicher anbieten“

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Seit Jahresanfang ist Thomas Schmall Technikvorstand des VW-Konzerns. Er soll den Autobauer ins rein elektrische Zeitalter führen. Doch kann bei der Batterietechnik der Anschluss an die Asiaten gelingen? Sehr interessantes Interview!

Und wann bauen Sie die eigentliche Gigafactory?In den kommenden ein bis zwei Jahren. Das genaue Datum des Spatenstichs kennen wir noch nicht. Start der Serienproduktion hier in Salzgitter wird  2025 sein; bei Northvolt in Schweden starten wir bereits 2023 mit Premiumzellen. Wie viele Zellen wird VW in Salzgitter fertigen?In der ersten Ausbaustufe 20 Gigawattstunden. Wir halten Kapazitäten für eine zweite Ausbaustufe von ebenfalls 20 Gigawattstunden vor. 40 Gigawattstunden reichten dann für etwa 700.000 mittelgroße reine E-Autos. Um ihrer nächsten Frage vorzugreifen: Nein, das reicht nicht, um den kompletten künftigen Bedarf des VW-Konzerns an Batteriezellen zu decken. Wir werden in den kommenden Jahren zusätzlich auch weiterhin Zellen zukaufen, und wir werden gemeinsam mit Partnern weitere Zellfabriken in Europa bauen. Über wie viele E-Autos reden wir von 2030 an pro Jahr? Und wie viele Gigawattstunden Zellen brauchen Sie dann?Wir haben gerade unsere interne Prognose von 30 auf 60 Prozent E-Autos ab 2030 erhöht. Das entspricht einer jährlichen E-Auto-Produktion im mittleren einstelligen Millionenbereich. Der Hauptgrund dafür ist der europäische ‚Green Deal‘, mit der die Europäische Union 2050 als erster Kontinent klimaneutral werden will. Hierdurch wird die Nachfrage massiv befeuert, ebenso wie in den USA und Asien durch ebenfalls ambitionierte Klimaziele. Allein in Europa werden wir deshalb etwa 240 Gigawattstunden Batteriezellen pro Jahr benötigen, also sechs Gigafactories mit jeweils rund 40 Gigawattstunden Jahresproduktion. Stehen alle Standorte schon fest?Neben den Standorten in Schweden und Salzgitter wünschen wir uns eine dritte Batteriezellproduktion in Spanien, und bewerben uns dort auch um entsprechende Fördermittel. Für die weiteren drei Fabriken suchen wir Standorte, unter anderem in Osteuropa.

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