Geschäftsmodell: Datensouveränität für eigene, personenbezogene Daten notwendig

Interessanter und wichtiger Artikel über die persönliche Datensouveränität.

Das System unserer Transparenz wirkt. Jeder, der nicht mitmacht, wird bestraft. Wir bekommen günstigere Autoversicherungen, wenn wir unsere Verkehrsdaten hergeben. Wir sind ausgeschlossen, wenn wir moderne Kommunikationsplattformen nicht benutzen. Das beste System ist ein belohnendes Prinzip, welches alle diskriminiert, die nicht mitmachen wollen. Keine Datenabgabe? Kein Rabatt. Bereits in China geht man offen mit der Idee um, sogenannte Social Points einzuführen, eine Art Charakter-Punktzahl, die direkt alle Tätigkeiten ihrer Bürger bis ins kleinste Detail messbar machen soll. Was kann ich Ihnen empfehlen? Verkaufen Sie Ihre Daten zu einem hohen Preis. Sie sollten es mindestens für ein Haus oder eine Eigentumswohnung unternehmen, für keinen Cent weniger. Denn unsere Daten sind auch unsere Gedanken und diese entscheiden auch darüber, wen wir wählen und das bildet in einer Demokratie auch die Mehrheiten in einer Regierung. Unsere Daten beinhalten Einkaufs- oder Wahrverhalten. Unser Bewegungsprofil sagt voraus, wann wir krank werden. Ein Smartphone weiß schneller, ob ich eine Erkältung habe, bevor ich es weiß. Der Umstand, dass ich nichts zu verbergen habe, sagt noch lange nicht aus, dass ich mich – wie im Calvinismus – gläsern anbieten muss.Ein digitales IchEin digitales Ich wäre ein möglicher Lösungsvorschlag aus diesem Dilemma. Was wäre das? Mein Name, meine Adresse, meine gespeicherten Dokumente auf der einen Seite. Aber auch meine Entscheidungen, mein Surfverhalten im Netz, meine Bewegungsprofile und ganz sicher auch mit wem ich befreundet bin auf der anderen Seite. Denn auch das ist etwas wert. So unterteilen Soziale Medien schon lange Menschen in “Hubs” oder Multiplikatoren. Ändert sich die Meinung des “Influencers”, dann ändert sich auch oft die Meinung seiner Follower. Es sind die neuen assets, die ausschlaggebend sind: Aufmerksamkeit ist eine Ware geworden. Schon längst einkaufbar über Portale in Form von goldenen Sternen, Klicks, Likes oder Bewertungen. Andere assets? Zugänge oder Zugangskanäle zu allen Menschen, die eine bestimmte Sportart lieben ist ebenso käuflich und wertvoll geworden, wie die Daten, die diesen Werten unterliegen.Ein Vorschlag: Wenn ich mich in der digitalen Welt noch einmal als “digitales Ich” besitze, dann kann ich sehr gut darüber entscheiden, ob ich mein Verhalten für eine kostenlose Sportapp eintauschen möchte oder ob ich mir der Konsequenzen bewusst sein kann. Es kann zu einem Trade-Off kommen, der vorher noch nicht einmal denkbar war. Denn erst, als für die Ureinwohner der amerikanischen Kontinente klar wurde, was es bedeutet das Land nicht mehr zu besitzen und dort auch nicht mehr jagen und fischen zu können, erst dann wurde klar, dass das Land einen Wert hatte. So wird uns eines Tages klar werden, dass unsere Daten viel mehr enthalten und die Konsequenzen diese gegen ein paar blaue Punkte eingetauscht zu haben größer sind, als wir jetzt abschätzen können. Freiheit ist zwar in Deutschland auf jeden Rand eines 2-Euro Stückes geprägt, aber dennoch keine Randnotiz.

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Quelle: www.cio.de