Geschäftsmodell: Der Ford F-150 wird zum Datenlieferant

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Ford plant den Einstieg in datengetriebene Geschäftsmodelle mit dem Ford F-150. Spannend!

Der nun geplante Vorstoß ins datengetriebene Dienstleistungsgeschäft ist gleichzeitig Angriff und Verteidigung. Einerseits will Farley zeigen, dass Ford wachsen kann. Andererseits zieht er damit einen Graben um sein lukratives Nutzfahrzeuggeschäft, bevor der Angreifer wie Tesla, Rivian oder größere Technologieunternehmen wie Amazon noch stärker in den Markt einsteigen. Schließlich entfielen 2019 allein in den USA mehr als 58 Milliarden Dollar auf den Verkauf kommerzieller Last- und Lieferwagen, so ACT Research.

Um das F-Experiment umzusetzen, setzt Farley auf einen wichtigen Neuzugang: Alex Purdy (35), ein ehemaliger Investmentbanker und Berater, ist vom Landmaschinenhersteller John Deere gekommen, für den er zuletzt die Niederlassung im Silicon Valley geleitet hat. Purdy kümmerte sich dort darum, künstliche Intelligenz (KI) mit den Treckern und Mähdreschern zu verknüpfen und auf dem Bauernhof zu bekommen. Er gründete mit John Deere Labs eine Innovationsschmiede, um das Zusatzgeschäft mit datengetriebenen Diensten anzukurbeln. Mit einigem Erfolg: Das Ersatzteil- und Servicegeschäft von Deere machte im vergangenen Jahr etwa 15 bis 20 Prozent des Umsatzes von 35 Milliarden Dollar aus. Purdy hat es mal so ausgedrückt: Er habe dabei geholfen, ein klassisches Industriegeschäft, in dem man viel übers Blechbiegen nachdachte, in ein Dienstleistungsgeschäft umzuwandeln.

Nun sollen Purdy und andere Ford-Offizielle vor allem die gewerblichen Ford-Kunden überzeugen, regelmäßig für Dienstleistungen bezahlen. Ideen gibt es reichlich: Man spricht über Lokalisierungsdienste zur Optimierung der Routenplanung und zur Reduzierung des Benzinverbrauchs, über Dienste, die einen schnelleren Ölwechsel ermöglichen, und über Flottenmanagement-Operationen.

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