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Shared Mobility: Interview mit Ole Harms zum Start in Hamburg

Sehr interessantes Interview mit Ole Harms zum Start von MOIA in Hamburg.

Wo in Hamburg wird es MOIA geben?
Wir werden innerhalb von zwölf Monaten nach dem Start fast das gesamte Stadtgebiet nördlich der Elbe abdecken, das sind rund 300 Quadratkilometer. In diesem Gebiet wird es ein dichtes Netz aus virtuellen Haltestellen geben, die zurzeit definiert werden. In Summe werden das deutlich mehr als 10.000 Haltepunkte sein. Jeder Kunde soll maximal 250 Meter zurücklegen müssen, um in ein MOIA zu steigen. Es ist also völlig unerlässlich, dass wir ein Netz aufbauen, das sehr engmaschig ist.

Was wird eine Fahrt mit MOIA kosten?
Das hängt von verschiedenen Faktoren ab – von der Tageszeit, vom Fahrtaufkommen, aber auch von der Anzahl an mitfahrenden Personen. Wichtig ist aber, dass der Kunde vor jeder Buchung sieht, was seine Fahrt kosten wird. Dieser Preis bleibt fix und ändert sich auch nicht, wenn das Shuttle beispielsweise im Stau steht. Eine durchschnittliche Fahrt wird pro Person etwa zwischen 6 und 7 Euro kosten.

Weniger als für eine Taxifahrt also, aber mehr als für ein ÖPNV-Ticket.
Preislich und konzeptionell ist es genau diese Lücke, die wir mit MOIA und unserem Pooling-Prinzip adressieren. Uns ist es wichtig, dass wir mit unserem Preis nicht unter dem ÖPNV-Angebot liegen. Wir wollen die Leute nicht aus dem großen geteilten Fahrzeug in das kleine geteilte Fahrzeuge holen und so mehr Fahrzeugkilometer schaffen. Genau diesen Effekt haben US-amerikanische Ride Hailing Dienste durch die preisliche Nähe zum ÖPNV erzeugt.

Stichwort Pooling: Ist Ride Pooling die moderne Version des Sammeltaxis?
Ride Pooling ist ein für Europa neues Konzept. Bislang gibt es hier ja noch nicht einmal den gesetzlichen Rahmen, um die Services schnell und einfach zu genehmigen. Begriffe wie Sammeltaxi oder Fahrgemeinschaft treffen es auch nicht zielgenau. Zwar ist es auch unser Ziel, Fahrtanfragen mit einem ähnlichen Weg zu bündeln, unser Service ist allerdings digital, hocheffizient, streckendynamisch und skaliert. Das konnte bislang kein Konzept. Die städtische Mobilität befindet sich im Wandel und wir sind überzeugt, dass wir durch Pooling verkehrsinduzierte Probleme, wie Stau, Luftverschmutzung, Lärm und Platzmangel lösen können.

Verschiedenen Mobilitätskonzepten wird vorgeworfen, sie würden das Problem des urbanen Verkehrs verschärfen, indem sie mehr Autos auf die Straßen bringen, als ohnehin schon da sind. Was entgegnen Sie darauf?
Dieser Vorwurf wabert zu oft ohne entsprechenden Kontext herum. Im vergangenen Jahr kam eine US-Unternehmensberatung zu dem Ergebnis, dass alternative Mobilitätskonzepte die Verkehrsbelastung in Städten erhöht haben, weil Fahrgäste vom ÖPNV auf private Fahrdienste umgestiegen seien. Zur Einordnung ist es wichtig, die folgenden drei Aspekte zu berücksichtigen. Erstens: Die Studie hat das Verkehrsaufkommen in US-Metropolen untersucht – in den USA gibt es im Gegensatz zu Deutschland keinen gesetzlichen Rahmen, der die Personenbeförderung detailliert regelt. Während private Fahrer ohne Beförderungslizenz in Deutschland nicht denkbar sind, stellt das in den USA kein Problem dar. Zweitens: Der Untersuchungsfokus lag auf Liefer- und Ride Hailing Diensten, also Taxi-ähnlichen Tür-zu-Tür-Fahrten, bei denen in der Regel nur eine Person im Fahrzeug sitzt. Und drittens: Oft lagen die Preise dieser Dienste unter denen des ÖPNV, der in US-Städten tendenziell insgesamt weniger ausgereift ist als in Deutschland. Man kann aus dieser Studie eine Menge lernen, aber die Ergebnisse lassen sich nicht auf Deutschland und schon gar nicht auf MOIA übertragen.

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