Shared Mobility: Sind Millenials Innovationstreiber oder Getriebene?

Was sind die Bedürfnisse der potentiellen Nutzer von Mobilität in Deutschland und wie passen technische Entwicklungen und Realität zusammen?

Drei Gruppen von Millennials lassen sich unterscheiden

Der urbane Millennial wohnt im Ballungsraum, erreicht Arbeitsplatz, Freunde und Freizeitaktivitäten fußläufig oder mit dem ÖPNV. Ein Parkplatz für ein Auto wäre ohnehin nicht vorhanden, das nächtliche Laden eines Elektroautos damit unmöglich. Mobilitätsdienste, die Transporte ermöglichen, werden gerne genutzt.
Der ländliche Millennial wohnt im Vorort und ist aufgrund schlechter ÖPNV-Anbindung auf einen PKW angewiesen. Carsharing oder andere Mobilitätslösungen werden in seinem Wohnumfeld nicht angeboten. Elektroautos werden dann interessant, wenn sie gegenüber Verbrennungsmotoren einen Kostenvorteil bieten.
Der hedonistische Millennial ist budgetär nicht eingeschränkt und wählt unabhängig von seinem Wohnort seine Mobilitätslösung rein auf Basis seiner individuellen Präferenzen und moralischen Werte oder dem Prestige. Er schöpft aus den Optionen beider vorangegangenen Gruppen. Diese aufgrund ihrer Kaufkraft sehr attraktive Werbezielgruppe stellt aber die deutliche Minderheit dar, unter zehn Prozent der Millennials verfügen über ein Netto-Einkommen von über 2.500 Euro.

Millennials sind auch die Generation FlatrateTeilweise haben sie noch mit 56k-Modems und ISDN-Leitungen die Telefonrechnungen ihrer Eltern gesprengt und mit 19ct/SMS beziehungsweise Einheit ihre Prepaid-Karten in Rekordzeit geleert. Wie viel angenehmer sind da planbare, fixe Kosten. 20 Euro für DSL, 15 Euro für die Handy-Flat, zehn Euro für Netflix, zehn Euro für Spotify.Autobesitz ist ein unplanbares Risiko. Während die Steuer und die Versicherung noch mit einer Flatrate vergleichbar sind, stellen die Instandhaltungskosten ein kaum planbares finanzielles Risiko dar. Hier bieten Neuwagen noch eine gewisse Sicherheit mit fünf bis sieben Jahren Garantie. Verschleißteile sind davon natürlich ausgeschlossen.Entsprechend populär sind Finanzierungsangebote: 38 Prozent der bis 39-Jährigen planen laut Aral-Studie, ihr nächstes Auto zu finanzieren, gegenüber 24 Prozent bei den über 39-Jährigen. Interessant jedoch auch: Leasing ist für die unter 39-Jährigen nicht attraktiver, als für die über 39-Jährigen.Die urbanen Millennials sind dagegen für Alternativen offen sowohl für regelmäßige Wege als auch für spezielle Bedarfe – sei es für den Wochenendtrip oder den IKEA-Großeinkauf. Das belegen auch die stetig steigenden Carsharing-Nutzerzahlen: 2,1 Millionen Deutsche sind laut Jahresbericht des Bundesverbands Carsharing bei den Anbietern registriert, jeder dritte Deutsche sieht laut Capgemini Studie Mobilitäts-Dienste wie Carsharing, Taxi oder Fahrgemeinschaften als vollwertige Alternative zum eigenen Auto.

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Quelle: www.horizont.net