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Shared Mobility: Sixt führt Autovermietung und Carsharing zusammen

Sehr interessantes Interview mit Nico Gabriel, Bereichsvorstand von Sixt X, über die künftige Mobilitäts-Strategie des Unternehmens.

Herr Gabriel, Sixt ist nach der Trennung von DriveNow selbst in den Carsharing-Markt eingestiegen. Mit Sixt Share wollen Sie nach eigenen Aussagen die Grenzen zwischen Autovermietung und Carsharing aufheben. Wie sieht das Konzept dazu genau aus, was unterscheidet Sixt Share von der Konkurrenz?
Was Carsharing betrifft, glauben wir, dass Free Floating nur in wenigen europäischen Metropolen alleinstehend funktioniert. Wir sind vielmehr überzeugt, dass die Produkte Autovermietung und Carsharing nur in der Kombination skalierbar sind. Im Grunde sind Free Floating, stationäres Carsharing, digitale Stationen und Autovermietung das Gleiche. Die Kunden mieten ein Auto auf Zeit. Wir betreiben daher nicht alleine Carsharing, sondern bringen die Produkte zusammen. Indem wir unser Kerngeschäft zunehmend digitalisieren, führen wir deshalb jetzt aus einer Position der Stärke heraus zusammen, was zusammengehört: Autovermietung und Carsharing. Dazu haben wir einen großen Teil unserer Vermietflotte mit Telematik ausgestattet und können damit abhängig von der Nachfrage Fahrzeuge flexibel im Carsharing oder in der Autovermietung einsetzen.
Zudem unterscheidet sich unser Angebot auch besonders durch die Möglichkeit, Fahrzeuge an jeder unserer rund 2.200 Sixt Stationen weltweit und auch in allen Geschäftsgebieten abzugeben. Ein weiterer Vorteil ist, dass unsere Kunden die Fahrzeuge so lange fahren können wie sie wollen: Minutenbasiert, tageweise, auch über das Wochenende oder bis zu 27 Tagen. Außerdem ist Sixt Share weder an Modelle noch an Hersteller gebunden. So profitieren die Kunden von einer Vielzahl an verschiedenen Fahrzeugen.
Sie haben Ende 2018 in das Startup Chargery investiert. Das Unternehmen ist auf mobiles Laden spezialisiert. Sind weitere Zukäufe und Investitionen im Bereich New-Mobility geplant?
Die Investition in Chargery war in erster Linie getrieben durch einen speziellen Anwendungsfall, den wir vor allem im Carsharing und zukünftig auch in der Autovermietung sehen. Das Aufladen von E-Fahrzeugen ist aufgrund der aktuellen Batterieleistungen (Stichwort Reichweite) und der bestehenden teilweise unzureichenden Ladeinfrastruktur eine operative Herausforderung. Diese können wir mit der Unterstützung von Chargery besser bewältigen. Darüber hinaus setzen wir allerdings eher auf kooperative Lösungen als auf Investitionen. Wir haben wichtige Assets wie zum Beispiel eine hohe Markenbekanntheit, ein ausgeprägtes dezentrales Netzwerk an Standorten, operatives und IT Know-How sowie einen starken Footprint im Firmenkundengeschäft. Diese Stärken bringen wir gern in Kooperationen ein, um Partner bei der Skalierung zu unterstützen. Wir wollen auf keinen Fall ein Stückwerk an Einzelinvestitionen, die wir dann später mühsam strategisch und IT-seitig integrieren müssen.
Unsere neue Mobilitätsplattform ONE, die wir Ende Februar dieses Jahres gelauncht haben, ist dafür der beste Beweis. Mit ihr bieten wir über unsere neue Sixt App neben unseren eigenen Angeboten im Bereich Vermietung und Carsharing auch Fahrdienste Dritter wie zum Beispiel Taxi über die Taxizentralen in Deutschland an.

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