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Shared Mobility: Was MOIA beim Co-Creation über Smart City gelernt hat

Spannende Einsichten von MOIA über die Bedürfnisse der zukünftigen Stadt- und Verkehrsentwicklung.

Städte planen für die Zukunft einen deutlich geringeren Modalsplit des Pkw.
In vielen Städten rund um den Globus decken die Menschen immer noch 30 bis 50 Prozent ihrer Wege mit dem eigenen Auto ab. Wir nennen diesen Anteil den Modalsplit. Die Städte, mit denen wir gesprochen haben, sind alle bestrebt, die Relevanz des Autos für die urbane Mobilität auf einen Modalsplit von deutlich unter 20 Prozent zu senken, um Staus, Parkplätze und Emissionen zu reduzieren und so die Städte den Menschen zurückzugeben. 
 
Städte planen mehr Vorschriften, die Menschen vom privaten Pkw-Besitz in Städten abhalten sollen.
Unsere Gespräche von gestern zeigen: In den kommenden Jahren werden wir immer mehr Städte erleben, die neue Regelungen einführen werden, um die Nutzung oder den Kauf eines eigenen Autos weniger attraktiv zu machen, und anstelle dessen Anreize für die Nutzung von Mobilitätsalternativen wie dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln schaffen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir mehr Einschränkungen bei der Straßennutzung, die Einführung von mehr Fahrradwegen und einer besseren Fahrradinfrastruktur sowie Parkbeschränkungen und dynamische Parkgebühren sehen werden. Einige Städte denken sogar an die Einführung von Citymauten.
 
Die Städte haben es schwer, die psychologischen Barrieren zu überwinden, mit denen sie konfrontiert sind, wenn sie das Mobilitätsverhalten der Menschen verändern wollen.
Wenn es um die Veränderung der Mobilität geht, stoßen wir weniger auf technologische, sondern vor allem auf psychologische Barrieren. Die Menschen verlassen sich auf ihr Auto, denn heute scheint es oft die beste Wahl für sie zu sein. Die Städte müssen darüber nachdenken, wie sie neue Mobilitätsverhaltensweisen anregen, andere Formen der Mobilität attraktiver machen, die Nutzung von Autos verhindern, aber auch Menschen dazu bringen, neben dem öffentlichen Verkehr auch neue Mobilitätsformen wie Radfahren, Carsharing oder Ridesharing auszuprobieren.
 
Autonome Verkehrsmittel sind für Städte kein Selbstzweck.
Im Wesentlichen löst die autonome Fahrtechnik nicht per se das Mobilitätsproblem in den Städten. Wie bei neuen Mobilitätsunternehmen könnte die autonome Fahrtechnik jedoch die Kosten für das Angebot von Lösungen für den öffentlichen Verkehr und damit letztlich auch den Fahrpreis senken und so eine Nutzung von neuen Mobilitätsformen anregen. Um Verkehrs- und Stauprobleme zu lösen, muss auch autonome Mobilität geteilt werden. Auf diese Weise kann die Anzahl der Fahrzeuge auf der Straße verringert und die Straßeneffizienz durch die Reduzierung von Leerfahrten und Parkdruck erhöht werden.
 
Es braucht politische Führung, um die Mobilität zu verändern.
Städte erleben derzeit, dass neue Transport- und Mobilitätsvorschriften von vielen Menschen abgelehnt werden. Denn für uns Menschen ist es schwer, sich eine abstrakte Zukunft vorzustellen, die sich von dem unterscheidet, was heute bereits ist. Und die zugleich bedeutet, dass wir unser Mobilitätsverhalten verändern müssen. Das Beispiel der Stockholmer Citymaut zeigte jedoch, dass Veränderungen oft politischen Mut und Führung erfordern, dem die Menschen anschließend folgen. Als über die Einführung einer Citymaut in Stockholm im Jahr 2006 debattiert wurde, war die Mehrheit dagegen. Nach einer Probezeit, in der der Nutzen greifbarer und sichtbarer wurde, stimmten die Menschen schließlich in einer Abstimmung doch für eine Einführung.
 
Städte wünschen sich, dass die Hindernisse für eine intermodale Fahrt mit mehreren Verkehrsträgern abgebaut werden.
Es wird entscheidend sein, das Problem der First und Last Mile, des ersten und letzten Strecken-Kilometers zu lösen, um die Rolle des öffentlichen Verkehrs in der Stadt zu stärken. Die Möglichkeiten, mit Mobilitätsangeboten noch näher an den Wohnort der Menschen heranzurücken, sind vielfältig und reichen von einer besseren Fahrradinfrastruktur über Park-and-Ride-Infrastruktur für Pendler von außerhalb der Stadt bis hin zu Ridesharing-Angeboten, die die Menschen zum nächstgelegenen Bahnhof bringen. Langfristig sollte es nach dem Wunsch der Städte für jede Stadt eine Mobilitätsplattform geben, die den Zugang zu mehreren Verkehrsmitteln zugleich ermöglicht, anstelle des fragmentierten Ansatzes, den man heute in vielen Städten vorfindet.

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