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Shared Mobility: Welche Folgen hat Carsharing für die Autoindustrie?

Interessante Frage heute: Welche Folgen hat Carsharing für die Autoindustrie? Beantwortet wird die Frage durch ein lesenswertes Interview mit Moovel's CEO Daniela Gerd tom Markotten.

Viele junge Menschen in Großstädten legen keinen Wert mehr auf ein eigenes Auto. Wie sieht eine Welt aus, in der sich Stadtbewohner nur noch Autos teilen?
Das ist genau unsere Zielgruppe. Die Vision von Moovel ist eine Welt ohne Staus. Immer mehr Menschen ziehen in Städte und die Straßen werden immer voller. Es geht aber gar nicht um die Frage: Besitze ich ein Auto oder teile ich ein Auto.

Sondern?
Wir sehen gerade bei jungen Leuten, dass sie gar nicht immer ein Auto benutzen wollen.

Daimlers Carsharing-Anbieter Car2Go hat aber doch vor allem junge Nutzer.
Richtig. Aber entscheidend ist, dass es in unserer App nicht nur Autos gibt. Nach unseren Erkenntnissen wollen die Leute in den Städten flexibel auf Mobilität zugreifen. Wenn die Sonne scheint, nehme ich ein Fahrrad. Bei Regen nehme ich das Car2Go. Und wenn ich ein Cello transportieren will, nehme ich vielleicht ein MyTaxi. Es geht also nicht um Sharing oder Besitz, sondern um innerstädtische Mobilität.

Wir denken, es muss schon darum gehen. Nehmen wir mal an, die allermeisten Stadtbewohner teilen und kaufen kein eigenes Auto mehr. Ist so eine Zukunft für Daimler wünschenswert?
Ich bin Chefin von Moovel, wir sind ein Tochterunternehmen der Daimler AG. Ich kann nicht für den Daimler-Konzern sprechen.

Aber du musst ja die Bedürfnisse von Daimler sehr genau kennen.
Ich kenne die bestimmt, aber ich spreche nicht im Namen der Daimler AG. Was ich aber als Moovel-CEO sagen kann, ist: Daimler erfindet sich neu und entwickelt sich vom Autohersteller zum Mobilitätsanbieter weiter.

Dann stellen wir die Frage anders: Ist es wünschenswert für einen Autohersteller, der sein Geld vor allem mit dem Verkauf von vielen und großen Autos verdient, wenn die Leute in Städten in 20 oder 30 Jahren keine eigenen Autos mehr besitzen?
Die entscheidende Frage ist: Was wünscht sich der Kunde? Und auf diese Bedürfnisse gilt es zu reagieren. Lautet der Wunsch: „Ich will ein Auto nicht mehr besitzen, aber immer Zugriff auf Mobilität haben“, dann sollte ich als Unternehmen mein Angebot darauf ausrichten.

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