Geschäftsmodell: Interview über die Vorteile eines Digital Labs

Interessantes Interview hier mit Susanne Hahn, Leiteren des Lab1886 von Daimler, über die Vorteile eines solchen.

_Wie sieht die angesprochene Strategie konkret aus? Steht ein globaler Ansatz dahinter?

Wir arbeiten weltweit mit eigenständigen Gesellschaften. Derzeit haben wir Inkubatoren in Peking, im Silicon Valley, in Berlin und Stuttgart. Lab1886 hat sich zum Ziel gesetzt, nicht nur Ideen zu pilotieren und umzusetzen, die aus der eigenen Mannschaft hervorgehen, sondern die bestenfalls von allen Mitarbeitern angeschoben werden. Das ist der eine Pfad. Der andere folgt der Startup-Welt – schließlich wollen wir auch Impulse von außen nutzen und an den richtigen Stellen kooperieren. Das Ziel hinter dieser Strategie ist klar: Wir möchten Ideen beschleunigt umsetzen und letztlich Innovationen noch kurzfristiger als bisher auf die Straße bringen.

_Das war mit dem Satelliten Business Innovation nicht machbar?

Business Innovation war sehr flexibel aufgestellt und verfügte bereits über flache Hierarchien. Jedoch haben wir jetzt einen Prozess definiert, der es zulässt, noch schneller zu sein. Früher haben wir für eine Modellentwicklung oder die Umsetzung eines Piloten rund zwei Jahre veranschlagt – heute durchlaufen wir den Prozess in neun Monaten und beziehen dabei die einzelnen Business Units direkt mit ein. Das erspart uns später bei der Re-Integration in die Linie mögliche Abstoßeffekte. Niemand kann uns zurufen: „Not invented here“.

_Zum Verständnis: Wie sehen die Prozessschritte aus?

Wir nutzen einen Dreisprung: Ideation, Inkubation und Kommerzialisierung. In diesen drei Prozessschritten gibt es wöchentliche Sequenzen, in denen die jeweiligen Teams schnell darüber entscheiden, ob es mit einem Projekt weitergeht und wie. Das bringt Tempo ins Spiel.

_Also hauptsächlich Scrum Boards und Stand-up-Meetings?

Stark vereinfacht ausgedrückt: ja.

_Wie ist das Lab1886 organisatorisch aufgestellt? An wen berichten Sie?

Wir sind unabängig. Das heißt, wir arbeiten für jede Business Unit und dürfen frei und übergreifend denken. Das macht die Arbeit hier so schnell und flexibel. Wir agieren abseits traditioneller Gremienlandschaften, Konzernstrukturen und politischer Gegebenheiten. Salopp ausgedrückt: Wir werden nicht eingebremst und konzentrieren uns einfach auf die Sache. Wir starten unsere Arbeit, wenn wir beauftragt werden, und holen uns dann die Mitarbeiter und Entscheidungsträger, die wir für ein spezielles Projekt benötigen. Die Strukturen sind bewusst einfach gehalten.

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Quelle: www.car-it.com